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Oskar Zwintscher | Selbstbildnis um 1913

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„Selbstbildnis“ (um 1913 o.ä.) – wiki-pd

Sehr alt ist er nicht geworden der großartige Zeichner und Maler Oskar Zwintscher ( 1870 – 1916), gerade einmal 45 Jahre wurde er. Sein Grab ziert ein zartgliedriger Ephebe, gestaltet von Sascha Schneider, mit welchem er auch in tiefer Freundschaft verbunden war . Zwintschers Muse war vor allem das handwerkliche Können, welches auch aus diesem Selbstporträt auf den Betrachter überstrahlt. Sehr intensiv schaut er aus dem Bild, der Blick fixierend und nicht leicht deutbar. Versponnen und geschäftsfremd wäre er gewesen , meinten manche seiner Zeitgenossen aber auch ein herausragender Könner, der ganz in der Tradition eines Cranach oder Hohlbein oder eines  Ludwig Richter stand. Zur Geschäftsfremdheit muss ich anmerken, dass es nicht eines Künstlers Sache ist, seine Kunst zu vermarkten. Kunst ist nun einmal keine Ware, die man auf dem Wochenmarkt zur Schau trägt. Aber zum Selbstbildnis zurück, welches hier auffällt durch die bereits beschriebene Intensität und mit  einer Exaktheit der Linienführung an Gesicht und Händen, die auf ein  feinsinniges Wesen schließen lassen. Das Bildnis besagt vor allem auch, dass Zwintscher ein gewissenhafter und exakter Zeichner war, der wusste, wie eine Proportion und  wie eine bestimmte Körperhaltung aussehen müssen, wenn sie naturalistisch dargestellt werden. Zwintscher unterrichtete ab 1903  als Professor an der Dresdner Kunstakademie. Das Selbstbildnis stammt vermutlich aus dem Jahr 1913.

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Ferdinand Hodler | Selbstbildnis mit aufgerissenen Augen

Selbstbildnis mit aufgerissenen Augen Ferdinand Hodler - 1912 (wiki-pd)

Geboren wurde er 1853, im selben Jahr wie Vincent van Gogh, er der Maler Hodler, der Maler Ferdinand Hodler. Und, wie auch van Gogh, war er Autodidakt. Schwer hatte er es in seiner Jugend und dennoch war der Drang zu malen, zu zeichnen so groß, dass er sich letztlich durchsetzte und es noch zu Lebzeiten zu einem in der Kunstwelt anerkannten Maler brachte. Aber das steht ja alles in der Biografie Hodlers und ist hier nicht Gegenstand. Unser heutiges Portrait zeigt den Maler im Selbstbildnis in seinem 60. Lebensjahr. Erstaunlich fordernd, nahezu zwingend hält der Blick, halten die weit aufgerissenen Augen den Betrachter im Bann. Gekonnt magisch in Szene gesetzt hat er, der Maler in diesem Bild sich, den Maler, den Maler Ferdinand Hodler. Und sehr plastisch, sehr strukturell herausgearbeitet hat er sein Gesicht, welches farblich im verwandschaftlichen Einklang steht mit dem Bildhintergrund, dem Stehkragen und dem Revers des Anzuges. Das Entstehungsjahr des Bildes ist auch das Jahr, in welchem die größte Liebe seines Lebens Valentine Godé-Darel an Krebs erkrankt.  Die weit aufgerissenen Augen spiegeln viell. das Entsetzen über diese Diagnose, wenn auch unbewusst, wieder? In jedem Fall ein einzigartiges Porträt mit großer Wirkungskraft von einem außergewöhnlichen Maler.

Selbstbildnis mit aufgerissenen Augen Ferdinand Hodler - 1912 (wiki-pd)
„Selbstbildnis mit aufgerissenen Augen III“ von Ferdinand Hodler – 1912 (wiki-pd)
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Hyacinthe Rigaud | Selbstporträt

Samtig und weich umrahmt die hellrote Kappe das Haupt des jungen Malers Hyacinthe Rigaud. Der Umhang fällt weich und fließend um die Schultern. Alles wirkt zart und freundlich erhaben. Die Pinsel hält er in der Hand, denn er ist ja Maler und das soll man auch sehen auf dem Porträt! Sein Lehrer riet ihm, nach ersten durchschlagenden Erfolgen, sich ganz der Porträtmalerei zu widmen . Das Bild, ein recht typisches Gemälde der damaligen Zeit ist, wie könnte es perfekt ausgeführt in Technik und Komposition. Der Kopf ganz im oberen Bereich des Bildes. Der Blick direkt zum Betrachter gewandt. Warme Farben betonen die gefälligen Linien des Gesichtes, dessen leuchtender Teint durch  den goldenen Kragen noch verstärkt wird. Eine innere Zufriedenheit strahlt zum Betrachter herüber. Später, auf der Höhe seines Ruhmes, das war um 1701, als er den König Ludwigs XIV im Paradebildnis darstellte, da hat er dann nurmehr das Wichtige am Bild selbst gestaltet. Für die Hintergründe und Details beauftragte er Maler, die in seinem Atelier arbeiteten. Die Bilder aus dieser Zeit besaßen dann auch nur noch wenige eigene Pinselstriche Rigauds. Aber was soll´s, dieses , sein Selbst hat er noch selbst gemalt.

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Dominique Ingres | Selbstporträt

Zarte 24 Jahre alt ist der Maler Jean-Auguste-Dominique Ingres als er sich auf diesem Selbstporträt verewigt. Zugegeben, eine meisterliche Höhe in Technik und Lebendigkeit, die für ein solch junges Alter verblüffen mag, aber wiederum logisch erscheint, wenn bedacht wird, dass zur Zeit Ingres der akademische Malstil Gang und Gebe war. Ingres hat es weit gebracht. Professor an der berühmten École des Beaux-Arts war es ebenso wie Direktor an der Académie de France in Rom. Dem Klassizismus hat er sich verschrieben und dennoch sind in einigen seiner Werke Irritationen in der anatomischen oder perspektivischen Darstellung zu finden, die für ihn als sein eigener Blick auf die Dinge wichtig waren und die er als Mittel nahm, seine Ideen ins Bild zu packen. Ein kleiner Vorgriff auf die Moderne, wenn man es so ausdrücken mag. Von der Berühmtheit und einem Status als anerkannter Künstler, den Ingres in Frankreich erlangte, ist auf dem Selbstporträt noch nichts zu sehen, obwohl er zu dieser Zeit bereits erste Erfolge verbuchen konnte, wie den Prix de Rome im Jahre 1801 für sein Gemälde „Achill empfängt die Bittgesandschaft des Agamemnon“.

Zum Bild selbst

Ein Jüngling mit lockigem Haar, einem sensiblen fast sinnlichen Mund und großen verträumten Augen sucht den Blick des Betrachters. Fast fragend schaut Ingres zu uns. Was hält er in seiner linken Hand? Ist es ein Amulett oder hält er nur den Umhang, welcher herunterzurutschen droht.  Die Staffelei allein verrät den Maler, den Künstler auf diesem Porträt. Wollen wir ihn nicht länger bei der Arbeit stören, den jungen Mann, er hat noch viel zu tun .

"Selbstporträt" von Jean-Auguste-Dominique Ingres - 1804

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Paul Gauguin | Selbstportrait

Eine wahrlich schlichte Größe hat das Bild. Gerade mal 45 x 38 cm ist es groß und zeigt den Maler in seinem mittleren Lebensalter mit 45 Jahren. Streng und etwas verschlossen erscheint uns der Paul Gauguin auf diesem Bild. Der Blick ist gesenkt, der Mund geschlossen. Kein angedeutetes Zwiegespräch mit dem Betrachter. Offenbar ist er stark konzentriert auf die Entstehung des Selbstbildnisses. Betont hat er seine Züge mit strenger Linienführung. Farbflächen sind sparsam aber akzentuiert gesetzt. Gelb, Grün und Ockertöne, fein ebgestimmt mit einem Hauch Orange, der dem Gesicht die Lebensfarbe einsprüht. Übrig bleiben männlich markante Züge, eine gewisse Strenge oder Erhabenheit, ein wenig Freiheitsliebe leuchtet hervor, erkennbar an dem keck nach hinten geschobenen Hut. Alles in allem ein gelungenes Selbstportrait.

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„Selbstporträt“ von Paul Gauguin (1893) (Bildquelle.: ©wikipedia – public domain)