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Louis de Silvestre | August der Starke im Portrait

august der starke

Da hat er ihn so ganz und gar charakteristisch getroffen, unseren August, den Friedrich August I. von Sachsen, besser bekannt und berüchtigt als August der Starke. Der Maler Louis de Silvestre, in Frankreich gebürtig. Er war mehr als 30 Jahre am Hofe des Königs August des Starken als Hofmaler beschäftigt. Geadelt wurde er darüber hinaus auch noch und war überhaupt so der rechte Lieblingsmaler des sächsischen Kurfürsten. Ein großartiger Porträtmaler, wie viele Maler seiner Zeit, beherrschte er die Umsetzung der typischen lebendigen Merkmale seiner Modell. Zu August noch einige Sätze.

Kraft und Ausdauer

Jener war ja sehr dafür bekannt, es an Kraft und Ausdauer mit jedem aufnehmen zu können. Zudem einen Haufen Kohle hat er gelassen für seine rauschenden Feste, die unzähligen Frauen, die Orgien seines Hofstaates. Völlig unvorbereitet auf Kommendes und versackt über den ganzen Trinkgeladen hat sich der starke König angesichts der einrückenden Schweden unter Karl dem XII dann plötzlich als Bittsteller wiedergefunden. Von Demut und Kümmernissen des schilllernden Königs und Kurfürsten ist im 172 cm  × 253 cm großen Ölbild, welches sich in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden befindet nichts zu bemerken, ganz im Gegenteil: Im vollen Macht- und Herrscherbewusstein  und stolzem Antlitz kommt er uns daher, der feine Herr, zu seiner zu seiner Linken übrigens die polnischen Kronjuwelen und der sächsische Kurhut. Na wer hat, der kann.  oder ?

louis de silvestre august der starke

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Ilja Repin | Portrait der Vera Repina

Portrait Vera Repina (Ilja Repin) 1878 - Quelle wikipedia: public domain
Portrait Vera Repina (Ilja Repin) 1878 – Quelle wikipedia: public domain

In die Reihe berühmter Porträtmaler gehört auch Ilja Repin, der sein akademisches Studium in Sankt Petersburg mit herausragendem Abschluss beendete. Das vorgestellte Bildnis zeigt die Frau des Malers im Jahre 1878. Ein eindringliches, ein bewundernswertes  Portät, dessen Meisterhaftigkeit unverkennbar ist. Die Linie des Körpers harmoniert mit dem Faltenwurf des Kleides . Im Gesichtsausdruck der jungen Frau spiegeln sich viele Facetten menschlicher Stimmungen, es überwiegt jedoch in meiner Sichtweise eine große Tiefe und Ernsthaftigkeit.  Der Blick, dem Betrachter direkt zugewandt, verstärkt die eindringliche Haltung. Aus der Umsetzung dieses Porträts spricht eine große Zärtlichkeit.

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Portrait – Die Kunst der Darstellung von Personen

Bis heute in das 21. Jahrhundert hinein hat die künstlerische Darstellung einer oder mehrerer Personen nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Waren im 17. Jahrhundert Portraits vor allem auch als Abbilder für Nachfahren (Familien, Doppel- und Standesportrait) wichtig, so hat das Portrait heute eine weitestgehend künstlerische Bedeutung. Ob als Fotografie oder als Gemälde.  Die Darstellung der eigenen Person durch einen Künstler hat für viele Menschen eine große Faszination. Auch wenn es leider gerade im Internetzeitalter inzwischen Gang und Gebe geworden ist, dass simpel vom Foto abgepinselt wird, was das Zeug hält. Ein gutes Portrait ist mit dieser Herangehensweise nicht zu erreichen. Der professionell arbeitende Künstler wird sich in den seltensten Fällen allein auf ein Foto verlassen. Die Annäherung an die Körperlichkeit und Ausstrahlungskraft der zu porträtierenden Person ist ein Punkt. Der Andere ist es, die Charakteristika, das Wesen, sozusagen das Innere zu erfassen und mit in die künstlerische Arbeit einfließen zu lassen.

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Portraitmalerei

indianerwoche-iris-hilpert-meissen Das Bild zeigt ein Kind in einem Indianerkostüm, welches auf einem Baum sitzt und den Betrachter kritisch anschaut. Die Meißner Malerin Iris Hilpert portraitierte das Kind während einer Projektwoche. Entstanden ist ein bezauberndes Gemälde, dessen Faszination man sich nur schwer entziehen kann.

Auch wenn es im Internetzeitalter inzwischen Gang und Gebe ist, dass Portraits simpel nach einem Foto gefertigt werden so ist es doch unbestritten, dass  der Charakter eines Portraits erst durch die Verbundenheit, Vertrautheit zwischen Maler und Modell (dem zu Portraitierenden) entstehen kann. Gerade in dieser heutigen schnelllebigen Zeit sind diese Momente wichtig, um der Kunst der Portraitmalerei eine neue Chance zu geben, eine Hülle, die immer mehr in Vergessenheit gerät. Das Wesen des Portraitierten zeigt sich nicht nur in der äußeren Ähnlichkeit, sondern vielmehr auch im Eindruck seiner Körperlichkeit, ob nun zart oder raumfüllend, ob massig, träge oder agil. Der Maler wird vielleicht sofort mit schnellem Duktus beginnen oder Skizzen fertigen. In jedem Fall jedoch  ist der Kontakt und die Annäherung beider Seiten wichtig, um lebendige Portraits  zu erwecken.