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Paul Cézanne | Achille Emperaire im Porträt

Achille Emperaire im Porträt von Paul Cézanne.  Wie ist es, wie kommt es, dass der Maler den Maler malt. Eine mögliche Erklärung ist auch die, dass es eben einfach ist, jemanden zu malen, dem man nichts für das Modellstehen bezahlen muss. Ob das nun im Falle Cézannes so war, weiß man natürlich nicht. Ein Treppchen hat er ihm unter die Füße gestellt, er der Paul ihm dem Malerfreund Achille. Die Kleinwüchsigkeit des Kollegen ist gekonnt kaschiert auf diesem Porträt aus dem Jahre 1868. Jedoch verstärken der dunkle Hintergrund und die grünlich schimmernd gestalteten Hände den leidenden, kränklichen Eindruck. Das Gesicht  ist dem Betrachter abgewandt, der Blick scheint verloren und nachdenklich.

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Max Liebermann

Dieter Raedel | Max Liebermann. Ausstellung Düsseldorf. Paul Cézanne. Der Knabe mit der roten Weste. Kunstkritik. Science of Art.

Nachfolgend geht es um das Gemälde ” Der Knabe mit der roten Weste ” von Paul Cézanne und Max Liebermann, einer der größten deutschen Impressionisten.

In einer Ausstellung in Düsseldorf hing das Kinderbildnis Cézannes und man hegte den Plan, das Gemälde für die Kunsthalle anzukaufen. Doch daraus wurde nichts, weil einer der einflussreichsten Leute, ein gewisser Gebhardt, an dem Bild herumnörgelte. Die Proportionen seien unmöglich und würden die Anatomielehre auf den Kopf stellen. Die Komposition ginge völlig daneben und der rechte Arm sei viel zu lang.

Eines Tages betrat Max Liebermann die Ausstellung und Supernörgler Gebhardt machte sich sofort an Liebermann ran. Er führte Liebermann zu Cézannes Werk, damit er seinen Standpunkt untermauern möge.

Max Liebermann betrachtete mit Vernügen das Werk und sagte:
“Oh, det Werk is ja großartig ! Welch herrliche Farben !”. Gebhardt kochte vor Wut.

“Herr Liebermann, sehen Sie nicht diese unmögliche Anatomie, diesen unendlich langern Arm?”
“Ach wat ! Der Arm is so schön jemalt – der kann ja jar nich lang jenug sein !”

(Quelle: Max Liebermann von Günter Meissner)

Gruß prenzlmaler.de

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Raoul Dufy in Nizza. Spielkasino am Meer. 1929.

Dieter Raedel. Science of Art. Raoul Dufy. Popularisierung von Kunstwissen. Kunsttheorie. Das Casino in Nizza.

Raoul Dufy gehörte in Paris zu den Malern, die mit bescheidenem Talent sich nie von der Masse abhoben. Irgendwelche Stilrichtungen schwappten stets in seine recht ordentliche Malerei oder er probierte sich in Anlehnung an seine Kollegen aus. Zunächst war es zweifelsfrei der Impressionismus, der ihn interessierte. Seine gleichaltrigen Kollegen, die zumeist sich in den Kreisen der Fauves bewegten und längst den Höhepunkt ihrer Karriere hinter sich gebracht hatten, hier sei an Derain und Vlaminck erinnert, hatten Schwierigkeiten, sich nach dem 1. WK in Szene zu setzen. Raoul Dufy pendelte zwischen dem Impressionismus, Fauvismus und Kubismus und schielte ebenso nach Cézanne und Braque.

Die Franzosen der Nachkriegszeit lebten sich aus. Frankreich war keineswegs ein armes Nachkriegsland. Man genoss das Leben im Überfluss und die mondäne Gesellschaft feierte sich an paradiesischen Gestaden. Während Leute wie Derain und Vlaminck hautsächlich für den Kunstmarkt malten, witterte Raoul Dufy in der Gesellschaft der Reichen Morgenluft. Er schwang sich auf deren Seite und wurde bald ein “Grand bourgeois”, ein Maler, der den Atem der Aristokratie schnupperte und sich an deren Lieblingsplätzen orientierte. Motive der tausend Nichtigkeiten in Salons, Pferderennbahnen, Theater, Modelaufstegen, Spielkasinos, Strandpromenaden, Yacht-Clubs und Parks, gehörten zum Reigen der Oberschicht. Ihm gelang es, einen flotten und gefälligen Malstil zwischen Impressionismus, Fauves und Kubismus zu finden, der den Eindruck der Skizzenhaftigkeit hatte und in Farb-und Formensprache leicht genießbar war. Zwanzig Jahre dieser Nachkriegsepoche waren die Zeit des Raoul Dufy.

Vom Spielkasino an der azurblauen Küste, der französischen Riviera, gibt es mehrere Bilder. Nach seinem Tode befand sich sogar ein unvollendetes Bild dieses Motivs auf einer Staffelei. Inmitten des Blau schwingt sich die eindrucksvolle Architektur des Casinos in Nizza (Nice) empor und erinnert an die Szenerie von 1001 Nacht. Das Goldgelb umringt im Blau und dem Grün der Palmen. Ein Himmelreich auf Erden. Dieses Gemälde entstand 1929. Raoul Dufy war ein Leben lang mit dem Wasser verbunden, zumal die Wurzeln seiner Kindheit in Le Havre zu finden sind. So, wie Dufy andere Maler in den ersten zwei Jahrzehnten nachahmte, wurde er von unzähligen Malern in der Folgezeit nachgeahmt. Kunst aus zweiter Hand machte die Runde.

Das Gemälde wird nur als Detail veröffentlicht, da die Werke Dufys geschützt sind. Allerdings ist es schlimm, wenn man der jüngeren Generation einen Maler ehrend vorstellen will und sich dabei an den Gesetzen die Zähne ausbeißen muss.