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Gustav Klimt | Judith

Das heute zerstörte Bild Judith von Gustav Klimt aus dem Jahr 1901 wirkt auf den ersten Blick, wie viele seiner Bilder, sehr angenehm, beruhigend fast. Sieht der ungeübte Betrachter aber genauer hin, so bemerkt er, wie die dargestellte Dame den Kopf, den des Holofernes, fast genussvoll in ihren Händen hält. Es geht nicht zuletzt aufgrund der Wahl des Motives weit hinaus über alles dekorativ Gefällige, was den Werken Klimts mitunter angeheftet wird. Hier zeigt uns ein Meister der Farbharmonie tiefe Einblicke in sein künstlerisches Schaffen.

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Über Gustav Klimt

Otto Weininger philosophierte in Anbetracht der Frauen von Gustav Klimt : „Der ganze sezessionistische Geschmack, der den großen, schlanken
Frauen mit flachen Brüsten und schlanken Hüften den Preis der Schönheit zuerkennt, ist vielleicht hierauf (nämlich daß zu gewissen Zeiten
mehr männliche Weiber geboren werden) zurüchzuführen. Die ungeheure Vermehrung des Stutzertums und der Homosexualität in den letzten
Jahren kann ihren Grund nur in einer größeren Weiblichkeit der jetzigen Ära haben.“ (Quelle: Gottfried Fliedl , Gustav Klimt)

Aus der Literatursammlung von Prenzl

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Gustav Klimt und sein Schmachtbrief

Klimt besuchte in Wien die obligatorische Vorbereitungsklasse der Kunstgewerbeschule, wo er als Aufnahmearbeit eine Zeichnung nach einem Gipsabguss eines antiken weiblichen Kopfes machte, wovon er sich anscheinend nie erholte. :0)))

Der Ästhetik des damaligen Wiener Historismus, die von allen möglichen Leuten bis hin zur Lächerlichkeit des Profanen strapaziert wurde, sagte man nach :
“Jede Speisenkarte, jedes Flaschenetikett, jede Zündholzschachtel, jeder Schund und Quark drängt sich uns mit abgedroschenem Putti auf, hingesudelt von Leuten, die noch nie ein Original gesehen haben.”

Die Brüder Klimt und Franz Matsch schlossen sich zu einer “Künstlerkompagnie” zusammen, um sich im Kunstbetrieb des Historismus in Wien gewinnbringend zu etablieren. Sie schrieben folgenden herzzerreißenden Schleim – Brief ( Auszüge ) :
“Erst jetzt erlauben wir uns hiermit, Euer Hochwohlgeboren, sehr geehrter Herr Hofrath, das Programm unserer Compagnie in möglichst kurzer Fassung zu unterbreiten. Die Lehren unserer Meister (gemeint sind Berger und Laufberger) waren von so gesunder und universeller Art, daß wir uns glücklich schätzen, diese eben genossen zu haben. In Anbetracht, daß wir Schüler ein und derselben Meister waren, und ein jeder von uns bestrebt ist, deren unschätzbare Lehren hochzuhalten, glauben wir den rechten Weg zu gehen, wenn wir auch fernerhin zusammenstehen. Unsere bisherige Tätigkeit war größtenteils für die Provinz.
Unser sehnlichster Wunsch wäre daher, wenn wir einstens in unserer Vaterstadt eine größere Arbeit ausführen könnten.” :o )))

Ihr “sehnlichster Wunsch”, bei den großen Bauaufgaben in der Ringstraße ihrer Vaterstadt beschäftigt zu werden, ging in Erfüllung.

Quelle: Gottfried Fliedl