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Figunetik App für Android zum Download

Die Figunetik App steht hier  ab sofort zum Download bereit

Wenn ihr wissen wollt, ob ihr euch schon etwas mit Figunetik auskennt, so schaut euch doch am besten mal in Ruhe unsere App an. Sie ist sehr einfach in der Handhabung und funktioniert schnell und flüssig. Ihr könnt mit wenigen Fragen und anhand einiger Bildrätsel ausprobieren, wie gut ihr euch mit Figunetik schon auskennt. Die Figunetik App ist für Android konzipiert. Zum Downloaden einfach auf das Bild klicken und ihr erhaltet die App als .apk datei, die ihr dann als Mobile App auf eurem Handy oder Tablet installieren könnt.

figunetik app

Figunetische Vorreiter

Demzufolge ist die Erfindung Figunetik selbstredend und erklärt sioch von selbst. Figunetik ist eine Kunstrichtung, welche mittels einer Verbindung von Bildelementen zu einer neuen Figur führt. Es geht dabei weniger um die Abstrahierung als vielmehr um die Vermischung unterschiedlicher Bildelemente. Besonders interessant gestaltet sich diese, wenn organische und anorganische Elemente in einem Bild eine Verbindung eingehen.

Dieser Verbindung, Vermischung kann sehr intensiv sein oder auch zögerlich. Die Möglichkeiten der Kombination sind unbegrenzt. Viele bekannte Maler, wie beispielsweise Max Ernst oder Man Ray haben diese Dinge bereits in Ihre Bildkompositionen implantiert. Zugleich soll Figunetik eine Möglichkeit für alle experimentierfreudigen Künstler sein,  sich darüber auszutauschen und bekannte Dige neu zu ordnen bzw. zu unordnen.

Geplantes Chaos

Was ist Figunetik noch? Figunetik ist ein geplantes Chaos, welches zum Teil auch neue Sichtweisen auf scheinbar bekannte Dinge offen legt. Die Verwachsung zwischen Mensch und Technik , die fortschreitende Visualisierung und die damit verbundenen Möglichkeiten und auch Unmöglichkeiten gehen dabei inhaltlich konform mit der Bildästhetik.

Besser formuliert ist es bei der angewendeten Figunetik zweitrangig, wie ein Bildwerk gestaltet wird. Allein der Gedanke und die Umsetzung der Idee sind maßgebend. Eine weitere spielerische Gestaltungsform im Bereich der Bildenden Kunst. Nicht mehr und nicht weniger. Das ist Figunetik.

Ach so, ja…die App hat Iris kreiiert und sozusagen mal´n bissel herumprobiert 🙂

Der Download als apk. Datei: figunetik-app (Dateigröße: 13,23 MB)

(Um die App zu nutzen müsst ihr  Euch die Datei auf Euer Handy laden, die Datei im Dateimanager oder im Downloadverlauf suchen und beim Installieren „Unbekannte Quellen“ zulassen. Berechtigungen sind nicht erforderlich.)

 

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Julius von Bismarck und die künstlerische Forschung im 21. Jahrhundert

Ein weiterer Wegbereiter im Bereich der experimentellen Kunst begegnet uns in dem aufstrebenden Künstler Julius von Bismarck. Die Wahrnehmung der Bilder zu ändern, das ist sein Ziel und das Ziel aller experimentellen Kunst. Der Künstler verschiebt in seinen künstlerischen Experimenten immer wieder aufs Neue die Grenzen visueller Medien. Seine bekannteste  patentierte Erfindung ist der Image Fulgurator, welcher eine seine, von Bismarcks im Jahr 2007 patentierte Erfindung ist. Das Gerät  besteht aus einem veränderten Fotoapparat und einem Blitzlicht. Mit dem Fulgurator können Fotografien manipuliert werden.

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Iris Hilpert | Es brodelt unter der Oberfläche

Es brodelt unter der Oberfläche

Haibach: Seltsame Tiere bevölkern die Ölgemälde von Iris Hilpert aus Meißen: eine Hyäne mit Teddybär-Gesicht, zwei ineinander verknäuelte Elefanten, ein Vogel, dessen Körper wie eine Handgranate geformt ist. Sind es wirklich Tiere, die da abgebildet sind, in Farben, die wie unter einem Schleier glühen? Oder sind es Traumgebilde, deren Hörner, Hufe, Klauen, Schnäbel und kleine stechende Augen drohende Gefahr signalisieren?

Wer die Ausstellung in der Annahaus-Galerie in der Haibacher Fischergasse 7 besucht, darf es nicht eilig haben. Denn die von Hilpert entwickelte Ausdrucksform der »Figunetik« will geduldig entdeckt werden. In dieser Kunstrichtung werden figurative und abstrakte Ausdruckselemente »verkehrt herum« angewandt: Lebewesen werden dargestellt, als ob sie aus unbelebter Materie wären, aus Stein oder Metall etwa. Unbelebtes, Anorganisches entwickelt hingegen ein unheimliches Eigenleben.

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Im Gegensatz zum Kubismus, der Figuren auf geometrische Elemente reduziert, verschmilzt »Figunetik« Figuratives und Abstraktes, was die Sichtweise auf menschliche Abstraktions-Prozesse verändert – und den Blick öffnen soll für wachsende Diskrepanz zwischen hochtechnisierter Kommunikations(schein)welt und tatsächlich wahrgenommener Realität.

Hilpert, die 1982 bis 1985 die Zeichenschule der Porzellanmanufaktur Meißen besuchte und seit 1992 freischaffende Künstlerin ist, beschäftigt sich seit 2008 mit neuen Ausdrucksformen. Für sie ist Figunetik »eine Schrift, die man lernen muss«. Damit meint sie auch den Betrachter. Dem Besucher der Haibacher Ausstellung sei empfohlen, sich zum »Aufwärmen« zunächst Hilperts 2009 entstandene Serie »Musiker« anzusehen.

Mit Tusche und Pinsel hat die Künstlerin Instrumentalisten bei der Arbeit skizziert, niedliche Figuren in schwungvollen Verrenkungen, mit abstehenden Schnurrbärten und wehenden Mähnen. Die bezaubernde Leichtigkeit des Pinselduktus macht bereit zur Öffnung für ein Seherlebnis, das auch die anderen Sinne, hier das Gehör, mitschwingen lässt. Damit ist Stufe eins der Aufnahmebereitschaft für Figunetik erreicht. In ihrem Hyänen-Gemälde »Passgänger« weist die Künstlerin den Weg: Mit dem Gesicht, das im Fell der dargestellten Hyäne zu entdecken sei, wolle sie »verdeutlichen, dass gesellschaftliche Veränderungen, Gefahr und Bedrohung bis ins Innere einfließen, eindringen und verändern«. Das könne so weit gehen, dass man zu einem roboterhaft funktionierenden Mechanismus werde.

Es brodelt unter der Oberfläche der harmlos scheinenden Szenen mit aufschlussreichen Titeln wie »Apnoe« (eine Krankheit mit lebensbedrohlichen Atemaussetzern im Schlaf) oder »Kaputt«. Wer hat ihn kaputt gemacht, den Hai mit abgetrenntem Schwanz? Die Ankerkette, die zwischen den Fleischstücken im trüben Wasser zu erkennen ist oder der Matrose, dessen fies grinsendes Gesicht sich auf der glatten Fischhaut spiegelt? Nichts ist, wie es scheint, und schon gar nicht in Ordnung.

Melanie Pollinger