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El Greco

Geboren im Jahre 1541 auf Kreta in Candia (heute Iraklio)
Gestorben 7. April 1614 in Toledo

– Maler griechischer Herkunft und Hauptmeister des spanischen Manierismus beziehungsweise der ausklingenden Renaissance
– war auch als Bildhauer und Architekt tätig
– zuerst Ikonenmaler in der byzantinischen Tradition
– hauptsächlich Bilder mit religiösen Themen und Porträts

Werke

– Knabe, der eine Kerze entzündet (um 1570)
– Ansicht von Toledo (um 1597–1599)
– Porträt des Fray Hortensio Félix Paraicino (um 1609)

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El Greco | Zwei Bilder eine Handhaltung

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Die büßende Maria Magdalena, 164 × 121 cm, Öl / LW – wiki-pd

Gesten haben seit jeher eine große Bedeutung in der Kunst. Vor allem die Sprache der Hände, Handhaltungen allgemein sind nach wie vor ein starkes Ausdrucksmittel sowohl für Bildende Künstler wie auch für Darstellende Künstler. Eine eindringliche Handhaltung unterstreicht das Gesagte oder auch das Schweigen. In der griechischen Philosophie sind die Hände ein Zeichen für das Begreifen der Welt.  Bildende Künstler aller Stilrichtungen bedienten sich der Hände, um einen Bildinhalt zu transmittern. Hände stellen somit im Bild eine direkte Verbindung zum Betrachter her.

Viele Maler aus Vergangenheit und Gegenwart beherrschen die perfekte Kenntnis einer lebendigen Handbewegung. Ihnen gelingt die Darstellungung von Händen  besonders gut. Die Hand fungiert im Bild als wichtiges Bildelement.

Der griechische Maler El Greco bedient sich in einigen seiner Bilder einer ganz speziellen Handbewegung, welche auch verschiedene Deutungen zulässt. Bei dem Bild „Die büßende Maria Magdalena“ , welches sich heute im Szépművészeti Múzeum in Budapest befindet, lässt bereits der Titel darauf schließen, dass es sich um eine Handhaltung handelt, die eine Buße beinhaltet. Zwei Finger sind beisammen, die anderen abgespreizt.

Eben diese selbe Hand- und Fingerstellung findet sich in El Grecos berühmtesten Gemälde „Bildnis eines Edelmannes mit der Hand auf der Brust, 81 × 66 cm, Öl auf Leinwand, 1583–1585, welches im  Museo del Prado in Madrid seinen Ehrenplatz gefunden hat, wieder. Auch dem Bild „Die Entkleidung Christi“ (hier nicht abgebildet) ist diese Handhaltung zu finden.

In jedem der Fälle ist die  Geste der Hand auffallend. Im Bild mit dem unbekannten Edelmann gibt es dazu verschiedene Auslegungen. Manche deuten die Geste der Hand als Buße wie bei dem Bild der Magdalena, andere wiederum als übermittelten Schwur oder Eid. In jedem der Bilder El Grecos unterstreicht die Hand und deren Darstellung die Eindringlichkeit und Kraft des Sujets.

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Bildnis eines Edelmannes mit der Hand auf der Brust, 81 × 66 cm, Öl / LW, 1583–1585 – wiki-pd

 

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El Greco | Die Öffnung des fünften Siegels

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wiki-pd

Nahezu 400 Jahre sind vergangen bis der griechische Maler El Greco (richtiger Name: Domínikos Theotokópoulos)  um das 1900 herum eine fulminate Wiedergeburt erlebte.  Nun wurden endlich Kunstliebhaber und Kunstkenner auf seine Werke aufmerksam, ein durchaus nicht alltäglicher Prozess in der Welt der schönen Künste. Vor allen wurde El Greco (der Grieche) von Künstlern der Moderne, besonders des Expressionismus, als ein wesentlicher Bezugspunkt angesehen und fand Resonanz in ihren Werken. Aber es seien nun zum angehängten Bild „Die Öffnung des fünften Siegels“ (Fragment eines späten Altarprojekts) einige Anmerkungen und Beobachtungen niedergeschrieben. Was hier auffällt ist die hohe Modernität,welche aus dem Malstil spricht. Sehr expressiv sind die gewählten Farben  hinsichtlich ihrer Helligkeit gesteigert. Der in der Ikonenmalerei bestens ausgebildete Maler überzeichnet den Johannes im Ausdruck, sein Ziel, ihn zu „entmaterialisieren“ gelingt ihm auf auf eindrucksvolle Weise. Es ist ein Bild,welches ins Auge springt, vor allem, weil es auf den ersten flüchtigen Blick , keineswegs auf ein Entstehungsdatum  1608 bis 16014 schließen lässt.  Das Bild beinhaltet auch eine Darstellung von Schnelligkeit, von rasantem Schwung, der alles mit Leben erfüllt.

Im auffälligen Gegensatz zu anderen Bildern, welche eine Vision zum Thema haben, pflanzt El Greco seinen Heiligen mithinein  in das Bild und  zeigt damit den Moment der Erscheinung selbst.  Eine Frage bleibt für mich rätselhaft stehen:  Trägt der Heilige eine Brille oder soll mit der Ausarbeitung der Augenumrandung nur symbolisch die „gesehene oder mit Augen erlebte“ Vision betont werden? Was noch auffällt ist die gekonnte Verbindung mit Hilfe des am Boden liegenden „fleischfarbene“ Tuches zwischen dem Heiligen Johannes und seinen Erscheinungen, deren Hautfarbe so variiert, dass die beiden mittig stehenden Frauen vom Licht erhellt werden. Auf diese Weise gelingt es dem Maler eine Einheit zwischen dem Visionär und den Visionen darzustellen, etwas Greifbares.