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Ästhetik und Schönheitsempfinden

Ich stelle die Behauptung auf:

Ästhetik- bzw. Schönheitsempfinden sind zeitlos. Damit meine ich nicht die äußeren Schönheitsideale,  die nicht nur historienbedingt sondern auch kulturell unterschiedlich sind. So mag mancher Eingeborenstamm ein anderes  Schönheitsideal haben als sogenannte „zivilisiertere“ Völker. Speziell die heutige zum Teil überzüchtetete Schönheit der Frauen war z.B. bei einigen indigenen Völkern (z.B. Atzteken, Inka) nicht nötig, da die hohe Fruchtbarkeit ohnehin vorhanden war (es wurden viele Kinder geboren,  Männer trugen pompöseren Schmuck als Frauen usw.)

Wohingegen dies in der hochgezüchteten zivilisierten Welt sich anderherum entwickelte Frauen mussten reizvoll erscheinen usw…man könnte das fortführen.. Was ich damit sagen will ist, dass diese „äußeren“ Erscheinungen sicher von den Kulturen auf den ersten Blick als unterschiedlich schön oder häßlich empfunden werden. Sieht man jedoch genauer hin, nämlich auf die Gesichtszüge der Portraitierten auf erhaltenen uralten Zeichnungen, (z.B. Ägypten u.a.) oder auch früher Gemälde bekommt man ein Gespür für zeitlose Schönheit.

Es sind Tangenten, die sich treffen. Gefällige Linien, die sich finden. Wenn man diese Portraits einmal durchscheinend übereinander legen würde, könnte man  an den Proportionen der Gesichtszüge die Ähnlichkeiten all dieser Figuren erkennen,  die wir als angenehm empfinden.

 

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Iris Hilpert | Es brodelt unter der Oberfläche

Es brodelt unter der Oberfläche

Haibach: Seltsame Tiere bevölkern die Ölgemälde von Iris Hilpert aus Meißen: eine Hyäne mit Teddybär-Gesicht, zwei ineinander verknäuelte Elefanten, ein Vogel, dessen Körper wie eine Handgranate geformt ist. Sind es wirklich Tiere, die da abgebildet sind, in Farben, die wie unter einem Schleier glühen? Oder sind es Traumgebilde, deren Hörner, Hufe, Klauen, Schnäbel und kleine stechende Augen drohende Gefahr signalisieren?

Wer die Ausstellung in der Annahaus-Galerie in der Haibacher Fischergasse 7 besucht, darf es nicht eilig haben. Denn die von Hilpert entwickelte Ausdrucksform der »Figunetik« will geduldig entdeckt werden. In dieser Kunstrichtung werden figurative und abstrakte Ausdruckselemente »verkehrt herum« angewandt: Lebewesen werden dargestellt, als ob sie aus unbelebter Materie wären, aus Stein oder Metall etwa. Unbelebtes, Anorganisches entwickelt hingegen ein unheimliches Eigenleben.

kunst-meissen

Im Gegensatz zum Kubismus, der Figuren auf geometrische Elemente reduziert, verschmilzt »Figunetik« Figuratives und Abstraktes, was die Sichtweise auf menschliche Abstraktions-Prozesse verändert – und den Blick öffnen soll für wachsende Diskrepanz zwischen hochtechnisierter Kommunikations(schein)welt und tatsächlich wahrgenommener Realität.

Hilpert, die 1982 bis 1985 die Zeichenschule der Porzellanmanufaktur Meißen besuchte und seit 1992 freischaffende Künstlerin ist, beschäftigt sich seit 2008 mit neuen Ausdrucksformen. Für sie ist Figunetik »eine Schrift, die man lernen muss«. Damit meint sie auch den Betrachter. Dem Besucher der Haibacher Ausstellung sei empfohlen, sich zum »Aufwärmen« zunächst Hilperts 2009 entstandene Serie »Musiker« anzusehen.

Mit Tusche und Pinsel hat die Künstlerin Instrumentalisten bei der Arbeit skizziert, niedliche Figuren in schwungvollen Verrenkungen, mit abstehenden Schnurrbärten und wehenden Mähnen. Die bezaubernde Leichtigkeit des Pinselduktus macht bereit zur Öffnung für ein Seherlebnis, das auch die anderen Sinne, hier das Gehör, mitschwingen lässt. Damit ist Stufe eins der Aufnahmebereitschaft für Figunetik erreicht. In ihrem Hyänen-Gemälde »Passgänger« weist die Künstlerin den Weg: Mit dem Gesicht, das im Fell der dargestellten Hyäne zu entdecken sei, wolle sie »verdeutlichen, dass gesellschaftliche Veränderungen, Gefahr und Bedrohung bis ins Innere einfließen, eindringen und verändern«. Das könne so weit gehen, dass man zu einem roboterhaft funktionierenden Mechanismus werde.

Es brodelt unter der Oberfläche der harmlos scheinenden Szenen mit aufschlussreichen Titeln wie »Apnoe« (eine Krankheit mit lebensbedrohlichen Atemaussetzern im Schlaf) oder »Kaputt«. Wer hat ihn kaputt gemacht, den Hai mit abgetrenntem Schwanz? Die Ankerkette, die zwischen den Fleischstücken im trüben Wasser zu erkennen ist oder der Matrose, dessen fies grinsendes Gesicht sich auf der glatten Fischhaut spiegelt? Nichts ist, wie es scheint, und schon gar nicht in Ordnung.

Melanie Pollinger

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Möglichkeiten der Variation

Möglichkeiten der Variation

Mit der Erfindung der figunetischen Umkehr eröffnen sich verschiedene Möglichkeiten der Variation einzelner Bildelemente. Es ist ein Ausdrucksmittel, welches neue Sichtweisen auf gewohnte alltägliche Dinge eröffnet – einzig, die Umkehr wird konsequent umgesetzt. In welcher Form dies geschieht, ist variabel, es kann auf farblicher Basis oder linear erfolgen. Außerdem unterliegt es einer ständigen Entwicklung und Erweiterung.

 

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Egon Schiele Teuerste Gemaelde Top 150

Dieter Raedel | Egon Schiele. 1890 – 1918. Expressionismus. Österreich. Teuerste Gemälde der Welt. Top 150. Science of Art.

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Egon Schiele

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1890 Tulln – 1918 Wien

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Bedeutender expressionistischer Maler Österreichs.

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In meiner 2006 aufgestellten Liste der 150 teuersten Gemälde der Welt, nimmt Egon Schiele ausgezeichnete Plätze ein. Sicher ist die Liste nicht mehr ganz aktuell, und dennoch kann man ihr den entsprechenden Stellenwert des betreffenden Künstlers entnehmen.

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Platz 47 : Einzelne Häuser; Häuser mit Bergen 22,4 Mio US-Dollar

Platz 50 : Herbstsonne 21,4 Mio USD

Platz 105 : Haus mit trockener Wäsche 9,9 Mio USD

Platz 142 : Selbstbildnis mit abgespreitzten Fingern 8,4 Mio USD

Platz 148 : Knieender weiblicher Akt 7,8 Mio USD

Um die Liste nicht ausufern zu lassen, wurden Gemälde unter 7,4 Mio USD nicht aufgeführt.

Gruß prenzlmaler.de