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Robert Capa | Fallender Soldat

Bilder bewegen, sie sollen bewegen, vor allem dann,wenn sie, wie das Bild „Fallender Soldat“ von Robert Capa  Szenen zeigen wollen, die authentisch sind, authentisch sein sollen und authentisch bleiben müssen. Der Originaltitel dieser berühmten Fotografie lautet “ .  „Loyalistischer Soldat im Moment des Todes. Cordoba front. 1936“. Entstanden ist das Foto am  5. September 1936 und avancierte schnell zum Mythos und zu Capas berühmtestem Bild. Aber: Es gibt Zweifel an der Echthheit der Aufname. Kritiker meinen, dass es sich um eine gestellte Szene handelt. Ob sich dieser Umstand jemals beweisen lässt,bleibt ungewiss, zumal das Negativ der Aufnahme bis heute nicht gefunden wurde. Doch, so muss gefragt werde, welchen Unterschied würde es in der Aussage denn wirklich machen? Bei dem Foto „Fallender Soldat“ handelt es sich um ein Kriegsbild und ein Antikriegsbild gleichermaßen. Es berührt und verstört. Das soll es auch und das kann das Bild auch.

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Jan Vermeer van Delft | Ansicht van Delft

Jan Vermeer und die Ansicht van Delft. Eine Frage beschäftigt manche Kunsthistoriker und auch viele versierte Betrachter bei dieser berühmten Stadtansicht des Malers Vermeer. Es ist jene, ob der Künstler damals schon eine Camera Obscura zur detailgetreuen Wiedergabe der Realität für die Fertigung seiner Gemälde zu Hilfe nahm. Besonders bei seiner berühmten „Ansicht van Delft“, entstanden in den  Jahren 1660 bis 1661, fällt die hintere Häuserfront durch ihre akribisch exakte Wiedergabe auf. (siehe Abb. Detailansicht der Häuserfront). Bei der Darstellung von Stadtansichten ist es typisch, dass der Fokus auf einem Hauptmotiv liegt, z.B. einem Haus im Vordergrund o.ä..  Die Partien im Hintergrund hingegen werden unklare, verschwommener und somit weniger detailreich. Sie bilden in den meisten Fällen die Trennlinie zum Horizont. Umso erstaunlicher und auch rätselhafter erscheint die „Ansicht van Delft“ von Vermeer. In diesem Bild ist die hintere von der Sonne belichtete Häuserfront detailreich und genau erfasst. Viele Experten sind sich einig in der Meinung, dass Vermeer schon damals eine Camera Obscura als Zeichenhilfe benutzt hat.

Ansicht von Delft

Ansicht van Delft (1660/1661) - Bildquelle: wiki-pd
Ansicht van Delft (1660/1661) – Bildquelle: wiki-pd

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Detailansicht der Häuserfront

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Detail-Ansicht van Delft (1660/1661) – Bildquelle: wiki-pd
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Julius von Bismarck und die künstlerische Forschung im 21. Jahrhundert

Ein weiterer Wegbereiter im Bereich der experimentellen Kunst begegnet uns in dem aufstrebenden Künstler Julius von Bismarck. Die Wahrnehmung der Bilder zu ändern, das ist sein Ziel und das Ziel aller experimentellen Kunst. Der Künstler verschiebt in seinen künstlerischen Experimenten immer wieder aufs Neue die Grenzen visueller Medien. Seine bekannteste  patentierte Erfindung ist der Image Fulgurator, welcher eine seine, von Bismarcks im Jahr 2007 patentierte Erfindung ist. Das Gerät  besteht aus einem veränderten Fotoapparat und einem Blitzlicht. Mit dem Fulgurator können Fotografien manipuliert werden.

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Diego Velázquez | Ruhender Mars

So gar wenig göttlich kommt er daher, der Mars, der römische Gott des Krieges. Müde und etwas schlaff sitzt er da, das Kinn sehr nachdenklich auf seine linke Hand gestützt. Ruhe und Sanftheit strahlen sowohl die Haltung als auch die Farbgebung aus. Ein Hauch feiner Ironie, so könnte man meinen, durchzieht die gekonnt gewählte Komposition. Einen Kriegsgott stellt sich der Betrachter sicher in den meisten Fällen sehr viel dynamischer, gewaltiger und herrlicher vor. Der Künstler, kein geringerer als Meister Diego Velásquez, greift noch eine weitere Komponente auf, die des Alters. Sein Mars ist nicht mehr der jüngste, der männliche Körper, sehr muskulös und geschmeidig zwar, erscheint auch als der Körper eines   Mannes im mittleren Alter, der viel erlebt und zu viel gesehen hat.

Die Rüstung hat er abgelegt, sie liegt vor seinen Füßen. Der Helm fast grotesk im Verhältnis zur relativen Nacktheit des Mars. 181 x 91 cm groß ist das Gemälde und der Künstler hat es im Jahr 1640 fertig gestellt. das Werk stellt auch eine Assoziation zu den spanischen Feldzügen dar, die zerriebenen Kämpfer, die Ausgezehrtheit und auch die Sinnlosigkeit eines jeden Krieges. Diese Resignation spiegelt sich in dem Bild wieder. Als sehr gekonnt gewähltes Mittel, um große Lebendigkeit in die Darstellung zu legen, bedient sich Velásquez meisterhaft der Licht- und Schattengestaltung. Das Bild öffnet von links nach rechts, gleichsam der bevorzugten Leserichtung und führt das Auge des Betrachters magisch über den halbnackten Männerkörper.

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„Ruhender Mars“ von Diego Velasquez (Bildquelle: wiki-pd)
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Holografie in der Bildenden Kunst

Ein interessanter Beitrag aus Juli auf dradio.de beschäftigt sich mit der Frage, welche Möglichkeiten mit der Verwendung der Holografie in der Kunst geöffnet werden. Kunst und virtuelle Welten sind zwei Begriffe, die sich anziehen und auch ergänzen. Beides ist erschaffen, erdacht und lebt auch vom Erzeugen einer Illusion. Für Künstler, die neue technische Entwicklungen aufgeschlossen sind, ist die Integration von Holografien in ihren künstlerischen Ansatz eine Herausfoderung.