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Nogo: Bezahlgalerien oder Wie profiliert sich eine Location, die Bildende Kunst ausstellt?

Es wird in diversen Foren und Blogs immer wieder heftig darüber diskutiert, wie und wo man am besten ausstellt. Dabei werden vor allem die Leistungen der entsprechenden Galerie bzw. des jeweiligen Ausstellungsortes thematisiert bezüglich der Vorbereitung der Vernissage, Midissage oder Finissage, der Presse- und/oder Verteilerarbeit, des Einladungsmanagements usw. usf.

Dass Bezahlgalerien kein Thema sind, setze ich jetzt hier einfach mal wie auch im Titel bereits voraus.

Ich denke bei allen diesen z.T. auch sinnvollen Überlegungen: Eine Location, welche Kunst ausstellt,  profiliert sich immer und allein durch das Niveau der ausgestellten Arbeiten. Das bedeutet, dass die örtlichen Gegebenheiten nicht immer das alleinige Maß der Dinge sind, sondern der Kreis an Künstlerkollegen und Kunstfreunden, der im Laufe der Zeit aufgebaut wird sowie die Entwicklung- und Entwicklungsfähigkeit der Künstler. Es ist dabei nicht sonderlich wichtig, welcher Prosecco oder welche Musikeinlage den Rahmen bilden, sondern einzig die präsentierten künstlerischen Arbeiten und die sich daraus ergebenden Entwicklungsmöglichkeiten.  Ob dies in einer großen Lagerhalle, einer Garage oder   einem anderen – auf den ersten Blick – ungewöhnlichen Ort stattfindet, ist für die Qualitätsaussage über die Kunst, die gezeigt wird, unerheblich.

Sammler finden den Weg zu außergewöhnlicher Kunst auch ohne das Tamtam darum herum 🙂

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Alphörner und virtuelle Schiefertafeln

Virtuelle Schiefertafeln als Kommunikationswerkzeuge der nahen Schulzukunft

Mit dem folgenden Artikel mache ich eine kurze Kunstpause und schreibe hier mal einige Gedanken nieder, die in einer Diskussion entstanden sind, in der es darum ging, dass das herkömmliche gebundene Buch nie aussterben wird. Ich hatte dagagen erwidert, dass dies einst ein als ein Luxusartikel oder etwas  Antiquarisches gilt und bereits in ganz naher Zukunft vieles auf virtuellem Wege gelöst sein wird.
 

Betrachtet man die Entwicklung der Kommunikation in der Geschichte, so war es schon immer das grundlegende Bedürfnis der Menschen, sich mit einfachen Mitteln über große Entfernungen in schneller Form zu verständigen. So lief der griechische Bote auf schnellstem Wege nach Athen, um seinem Herrscher wichtige Nachrichten zu übermitteln. Rauchzeichen und Alphörner waren dann der erste Schritt in Richtung Tele (Fern) Kommunikation. Spätestens mit Anwendungen wie Hoccer oder Bump erscheint der Schritt zum Beamen der Gedanken fast Wirklichkeit zu werden.

Raumzeitgrenzen werden in minimierter Form bereits außer Kraft gesetzt, denn es spielt keine Rolle, wer wo wann auf der Welt mit wem kommuniziert, denn alles dies ist mit den Mitteln der heutigen Technik spielend möglich. Es ist nicht mehr nötig, sich bei einer Konferenz oder einem Freundestreff real gegenüberzusitzen, denn es gibt Social Networks, die dies nebenher ermöglichen. Man kann nun darüber streiten bis man schwarz wird, ob dies nützlich oder schädlich ist, letzten Endes wird auch hier der Fortschritt siegen und die Entwicklung ihren Lauf nehmen. Pads oder Tablets mit Internetzugang werden in absehbarer Zeit selbstverständliche Begleiter sein.

Das mühsame Erlernen fremder Sprachen könnte bald der Vergangenheit angehören, denn in Headsets integrierte Übersetzungsprogramme werden die Sprachausgabe in alle Sprachen ermöglichen. Wahrscheinlich sogar am oder im Kopf intergrierte Chips, die dies automatisiert steuern. Und dies ist ein wegweisender Punkt in der Kommunikationstiefe. In Schulen werden Pads mit einfachster Bedienung Einzug halten, das mühsame Tragen schwerer Lernmaterialien wird abgelöst durch Schnittstellen und Zugangspunkte in schulspezifischen Netzwerken. Es dürfte sogar fraglich sein, ob das Erlernen z.B. spezifischer mathematischer Fähigkeiten überhaupt noch nötig sein wird oder ein Grundlagenwissen ausreicht, den Rest erledigt der Multimediabegleiter, der leicht ist und in jede Schultasche passt.

Der Satz „Medien machen Dumme dümmer und Schlaue schlauer“ könnte eine neue Bedeutung gewinnen. Die Frage ist ja auch, wozu der angehende Chemiker, der sich in seinem Fachgebiet spezialisieren wird, überhaupt andere Bereiche in der Tiefe kennenlernen muss, was natürlich eine hinreichende Allgemeinbildung keineswegs ausschließen muss. Das Lesen von Inhalten bleibt genauso wichtig, nur wird die Form der Inhaltsaufnahme eine andere sein als bisher. Schlussendlich ist es völlig einerlei, ob man die Information auf einem E-Book liest oder in einem gebundenen Buch, seine Niederschrift in ein Heft schreibt oder dies über Transscriber oder Tastatur oder Spracheingabe in seinen multimedialen Begleiter eingibt.

Die Schnelligkeit der Informationsbeschaffung bedient gleichermaßen die Kommunikationsvereinfachung, denn es ist nicht mehr nötig, stundenlange Lexikasuchen zu veranstalten, wenn die gewünschte Info per Tastendruck in Sekundenschnelle vorliegt. Was bleibt ist der Freiraum für fachspezifische Dinge. Es ist also nur ein Frage der Zeit, meiner Einschätzung nach eine Spanne von 10 bis 15 Jahren, in denen, zumindest die höheren Schulen mit diesen Kommunikationswerkzeugen ausgestattet sein werden und schwere Schulranzen der Vergangenheit angehören. So wie einst der Taschenrechner Einzug hielt in den Schulalltag wird es völlig normal sein, tragbare oder gar visuell abrufbare Informationseinheiten zu bedienen.

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Metallskulpturen zum Anfassen – Sächsische Zeitung vom 12.06.2010 – kunst in meissen

Das „Metall zum Anfassen“, wie es die Zeitung formuliert, sind die mit äußerster Liebe zum Detail gearbeiteten Skulpturen von Joachim Röderer, welche wir mit Joachim hier am 10.06. bei 30 °C  (im Schatten)  aufgestellt haben. Hat große Freude gemacht zu sehen, wie alles zum  Leben erweckt wird. Die Leute bleiben in Gruppen stehen und staunen. Es kann noch vieles entdeckt werden!

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Philipp Veit Ehrung 13. 2. 2008

Science of Art. Ehrung anlässlich des 215. Geburtstages von Philipp Veit am 13. 2. 2008. Popularisierung von Kunstwissen ( Malerei ).

Philipp Veit

geboren am 13. Februar 1793 in Berlin

gestorben am 18. Dezember in Mainz

Bedeutender deutscher Freskenmaler.

Schüler des Dresdener malers Friedrich Matthäi.
Philipp Veit wurde 1815 Mitglied des Lukasbundes in Rom.
Fresken der Casa Bartholdy in Rom u.a. mit Wilhelm von Schadow.
Fresken in der Villa Massimo.
Vatikan : „Triumph der Religion“
1816/17 „Joseph und das Weib des Potiphar“(Alte Nationalgalerie Berlin)

1830 Direktor des Städelschen Instituts.
Altarbild St. Georg Kirche Bensheim
„Simeon im Tempel“ und Mariebilder “ (Alte Nationalgalerie Berlin)

1843 Atelier in Sachsenhausen
„Himmelfahrt Mariä“ im Frankfurter Dom.
Entwurf eines freskos für den Berliner Dom.

1853 Direktor der Gemäldesammlung in Mainz.
Zyklus für das Messchor des Mainzer Doms konzipiert.

Prenzlmaler Dieter Raedel, Berlin.

 

Joseph und das Weib des Potiphar 1816 / 17 Alte Nationalgalerie Berlin

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Die Verkündigung – kein Leonardo !

Dieter Raedel. Popularisierung von Kunstwissen. Science of Art. Leonardo da Vinci. Kunstkritik. Bildbeschreibung.

Trotz großer Proteste ging die „Verkündigung“ Leonardos auf Reisen und spazierte nach Tokio. Seit 1945 war das panoramaartige Tafelbild nicht mehr aus den Uffizien in Florenz genommen worden. Mit einer in Deutschland gefertigten Glasscheibe ging es geschützt nach Japan, wo es unbeschädigt entpackt wurde. Die Versicherungssumme betrug 100 Mio Euro.

Betrachtet man das Werk, so stellt man sofort fest, dass keine Einheitlichkeit in der künstlerischen Ausführung herrscht und man vergeblich die Kunst Leonardos sucht. Kennt man die Geschichte des Bildes nicht, könnte man eine Verwandtschaft mit Sandro Botticelli vermuten. Ursprünglich wurde das Tafelwerk Ghirlandaio zugeschrieben, bis man Hand-und Gewandstudien Leonardos für das Bild entdeckte. Die kompositorischen Ideen und die Ausführung sind augenscheinlich ein Gemeinschaftswerk der in der Werkstatt von Verrocchio arbeitenden Künstlergesellen. Als das Werk entstand, war Leonardo da Vinci ungefähr 20 Jahre. Die Hände und das Gesicht des Engels sowie das Gewand der Maria entstammen der Hand Leonardos. Untersuchungen ergaben, dass das Gesicht der Maria mehrfach verändert wurde und keinesfalls von Leonardo stammt.

Auf dem Bild sehen wir die Erscheinung des Erzengels Gabriel, die rechte Hand verkündend erhoben, während sich in der linken Hand als Symbol der Reinheit eine Lilie befindet. Auffällig ist die Jugend des Engels. Maria, offensichtlich überrascht und zugleich irritiert, empfängt mit ebenso erhobener Hand die göttliche Nachricht. Die Komposition folgt einer althergebrachten Anordnung : Maria zur Rechten und der Engel zur Linken. Zwischen den Figuren das Studienpult und der mit äußerster Prägnanz detailiert gemalte Sarkophag der Medici. Während der Engel grazil wirkt, stellt sich Maria mit geöffneten Schenkeln monumental dar. Die rechte Hand der Maria sieht unrealistisch aus und folgt nicht den Gesetzen der Anatomie. Die Flügel Gabriels sind sehr oberflächlich gestaltet. Betrachtet man den linken Flügel, so kann man eine Urheberschaft mit dem Faltenwurf des Erzengels vermuten. Die Szene spielt sich in einer Villa auf bergigem Gelände ab. Im Hintergrund erkennt man ein Tal mit einem Flusslauf, der wiederum sehr detailgetreu gearbeitet wurde, hingegen die eigenartigen dunklen Bäume die Akribie der Genauigkeit vermissen lassen. Das Antlitz der Maria erscheind kühl, während der Engel sanft wirkt. Die Architektur wirkt auf mich hart und unorganisch und lässt Abwechslung vermissen. Auch kann ich keine einheitliche Schattengebung ausmachen. Rein farblich gesehen, ist jedoch angestrebte Harmonie erkennbar.