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Wasserorgel von Jac Janssen – kinetische Kunst in Meißen

Pressemeldung der SZ vom 27.07.2010 – Aktuelle Ausstellung ToMA-Atelier – Hafenstraße e.V. (kunst meissen )

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Ein Kind  betrachtet die Wasserorgel im Garten des ToMA-Ateliers in der Meißner Hafenstraße 19 A. Diese hat der niederländische Künstler Jac Janssen im Rahmen der Ausstellung „internationale momente“ installiert. Neben den kinetischen Kunstinstallationen sind keramische Stücke, Lithografien, Metallskulpturen, Ölbilder und Grafiken ausgestellt. Die Arbeiten von insgesamt zehn Künstlern sind noch im August im ToMA-Garten sowie in den Räumen des soziokulturellen Zentrums Hafenstraße e.V. zu sehen.

(Foto: Claudia Hübschmann)

 

 

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Neue Perspektiven für die Kunst in Meißen

Ich möchte heute hier meine Beobachtungen zur Kunst in meiner Heimatstadt Meißen niederschreiben. Speziell jene zu den Möglichkeiten, Kunst in Meißen zu präsentieren. Schön dabei ist, dass ich aus eigener Erfahrung berichten kann. Nach nun fast 3 Monaten, in denen meine Ausstellung und die meines Kollegen Ulrich Jungermann dort zu betrachten ist, ziehe ich eine kurze Zwischenbilanz.

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Das Welcome Hotel in Meissen, unter der Leitung von Frau Jana Otto, geht beispielhaft voran, was zum einen die Organisation, zum anderen die Präsentation der Werke anbelangt. Mit Feingefühl und Intuition wird auf die Befindlichkeiten des ausstellenden Künstlers in einem besonderem Maß eingegangen. Alles ist liebevoll angeordnet und arrangiert. Ähnliche Herangehensweise ist selten und wenn, dann nur in wirklich guten, professionell betriebenen Galerien vorzufinden. Das Welcome Hotel bietet einerseits ein herausragendes Ambiente mit einem berauschenden Blick auf die Meißner Altstadt, exquisiter Gastronomie und einem Interieur, welches seinesgleichen sucht. Das Personal ist profiliert und ausgesprochen freundlich. In kultureller Hinsicht blickt das Hotel bereits auf eine kleine Tradition zurück. Sowohl bei der Beteiligung am Literaturfest als auch bei der Austragung der Preisverleihung der Meissener Drossel, desses Initiator der Folkmusiker Peter Braukmann war, hat das Welcome Hotel mit Stil und Know how als Gastgeber fungiert. Im Bereich Bildende Kunst und deren Präsentation ist das Hotel gleich in mehreren Punkten für Künstler interessant. Da wären ganz vornweg einmal die Räumlichkeiten zu nennen. In der Hoteleingangshalle werden künstlerische Arbeiten einem breiten Publikum auf eindrucksvolle Weise präsentiert. Daneben zusätzlich in der Hotel-Lobby, einem großen, lichtdurchfluteten Raum mit Galerieschienen. Ausgestellte Kunst kann dort zu jeder Zeit besichtigt werden, da das Hotel rund um die Uhr besetzt ist. Dies allein ist ein großer Pluspunkt. Aber damit nicht genug. Das Welcome hat für Künstler noch mehr zu bieten. Vernissagen werden vom Hotel ausgestaltet und selbstverständlich zahlt der Künstler nichts für die Präsentation seiner Arbeiten. Mit Charme und Esprit wird in den Räumlichkeiten des Welcome Hotels zeitgenössische Kunst einem breiten Publikum präsentiert. Somit in allen Punkten Daumen hoch und ein ganz großes Kompliment an die Hotelleitung und das gesamte Team. Für alle, die die aktuelle Ausstellung noch anschauen wollen. Die Arbeiten von Ulrich Jungermann und mir sind noch bis zum 28. Februar zu im Foyer und in der Lobby zu betrachten . Besucher bitten wir, sich einfach in der Rezeption bemerkbar zu machen.

Iris Hilpert (Februar 2012)

Blick von der Hotelterasse auf die Meißner Altstadt mit Burgberg und Elbe
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Zwei Meißner Künstler zeigen Porträts

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Porträts von Landschaften und Mitmenschen widmet sich eine gemeinsame Ausstellung der Meißner Künstler Iris Hilpert und Ulrich Jungermann im Welcome Parkhotel an der Hafenstraße. „In einer schnelllebigen Zeit wie der unseren ist der Moment des Sich-Annäherns und der Ruhe zum Beispiel bei der Entstehung eines Porträts, ob nun der Landschaft oder des Menschen, eine Seltenheit geworden“, erklärt Iris Hilpert, warum diesem Genre wieder etwas mehr Aufmerksamkeit gebührt. „Unwiederbringlich ist es, wenn ein Mensch dem Maler Modell sitzt oder, wie Jungermann sagt, man etwas in sich fühlt, was den Maler eine Landschaft nahezu spüren lässt“, so die Meißner Künstlerin.

Die Schau, bei der Ulrich Jungermann im Foyer des Hotels auch Grafiken und Zeichnungen präsentiert und für die Iris Hilpert auch einige ihrer Tuschezeichnungen beisteuert läuft noch bis Mitte Februar 2012

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Metallskulpturen zum Anfassen – Sächsische Zeitung vom 12.06.2010 – kunst in meissen

Das „Metall zum Anfassen“, wie es die Zeitung formuliert, sind die mit äußerster Liebe zum Detail gearbeiteten Skulpturen von Joachim Röderer, welche wir mit Joachim hier am 10.06. bei 30 °C  (im Schatten)  aufgestellt haben. Hat große Freude gemacht zu sehen, wie alles zum  Leben erweckt wird. Die Leute bleiben in Gruppen stehen und staunen. Es kann noch vieles entdeckt werden!

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Iris Hilpert | Es brodelt unter der Oberfläche

Es brodelt unter der Oberfläche

Haibach: Seltsame Tiere bevölkern die Ölgemälde von Iris Hilpert aus Meißen: eine Hyäne mit Teddybär-Gesicht, zwei ineinander verknäuelte Elefanten, ein Vogel, dessen Körper wie eine Handgranate geformt ist. Sind es wirklich Tiere, die da abgebildet sind, in Farben, die wie unter einem Schleier glühen? Oder sind es Traumgebilde, deren Hörner, Hufe, Klauen, Schnäbel und kleine stechende Augen drohende Gefahr signalisieren?

Wer die Ausstellung in der Annahaus-Galerie in der Haibacher Fischergasse 7 besucht, darf es nicht eilig haben. Denn die von Hilpert entwickelte Ausdrucksform der »Figunetik« will geduldig entdeckt werden. In dieser Kunstrichtung werden figurative und abstrakte Ausdruckselemente »verkehrt herum« angewandt: Lebewesen werden dargestellt, als ob sie aus unbelebter Materie wären, aus Stein oder Metall etwa. Unbelebtes, Anorganisches entwickelt hingegen ein unheimliches Eigenleben.

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Im Gegensatz zum Kubismus, der Figuren auf geometrische Elemente reduziert, verschmilzt »Figunetik« Figuratives und Abstraktes, was die Sichtweise auf menschliche Abstraktions-Prozesse verändert – und den Blick öffnen soll für wachsende Diskrepanz zwischen hochtechnisierter Kommunikations(schein)welt und tatsächlich wahrgenommener Realität.

Hilpert, die 1982 bis 1985 die Zeichenschule der Porzellanmanufaktur Meißen besuchte und seit 1992 freischaffende Künstlerin ist, beschäftigt sich seit 2008 mit neuen Ausdrucksformen. Für sie ist Figunetik »eine Schrift, die man lernen muss«. Damit meint sie auch den Betrachter. Dem Besucher der Haibacher Ausstellung sei empfohlen, sich zum »Aufwärmen« zunächst Hilperts 2009 entstandene Serie »Musiker« anzusehen.

Mit Tusche und Pinsel hat die Künstlerin Instrumentalisten bei der Arbeit skizziert, niedliche Figuren in schwungvollen Verrenkungen, mit abstehenden Schnurrbärten und wehenden Mähnen. Die bezaubernde Leichtigkeit des Pinselduktus macht bereit zur Öffnung für ein Seherlebnis, das auch die anderen Sinne, hier das Gehör, mitschwingen lässt. Damit ist Stufe eins der Aufnahmebereitschaft für Figunetik erreicht. In ihrem Hyänen-Gemälde »Passgänger« weist die Künstlerin den Weg: Mit dem Gesicht, das im Fell der dargestellten Hyäne zu entdecken sei, wolle sie »verdeutlichen, dass gesellschaftliche Veränderungen, Gefahr und Bedrohung bis ins Innere einfließen, eindringen und verändern«. Das könne so weit gehen, dass man zu einem roboterhaft funktionierenden Mechanismus werde.

Es brodelt unter der Oberfläche der harmlos scheinenden Szenen mit aufschlussreichen Titeln wie »Apnoe« (eine Krankheit mit lebensbedrohlichen Atemaussetzern im Schlaf) oder »Kaputt«. Wer hat ihn kaputt gemacht, den Hai mit abgetrenntem Schwanz? Die Ankerkette, die zwischen den Fleischstücken im trüben Wasser zu erkennen ist oder der Matrose, dessen fies grinsendes Gesicht sich auf der glatten Fischhaut spiegelt? Nichts ist, wie es scheint, und schon gar nicht in Ordnung.

Melanie Pollinger