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Die Elbeschiffe der Sächsischen Dampfschifffahrt auf Fahrt in Meissen

Viking Beyla | 28.04.2017

Flussschiffe auf Fahrt durch Meissen

Viele Schiffe fahren auf der Elbe und halten gern in Meißen. Sicher kennst Du schon unsere Meissen Galerien. Wir begannen im Jahr 2016 damit jeden Tag ein Meißenbild hochzuladen. Auch im Jahr 2017 führen wir diese Tradition nun fort. Beim täglichen Fotos knipsen ist uns aufgefallen, dass immer mal wieder ein Elbeschiff in den Fokus rückt. Es sind zum Großteil die Elbeschiffe der Sächsischen Dampfschifffahrt Dresden, die auf Ihren Fahrten auch Meissen ansteuern. Die „Weiße Flotte“ gilt zudem als die größte und zugleich älteste Raddampferflotte der Welt.

Schiffe auf Suchbildern

Zur Weißen Flotte gehören aktuell 13 Schiffe. (Stand lt. Wikipedia – abgerufen vom 31.07.2017). Viele dieser Elbeschiffe sind auch in unserer Meissen Galerie 2017 zu finden. Es gibt dazu auch noch Bohrschiffe und andere Schiffe von anderen Flotten, die durch Meissen fahren. Dazu gehören zum Beispiel die Flusskreuzfahrtschiffe Viking Beyla und Viking Astrild. Am Besten ist es, Du schaust Dir alle Bilder in der Meissen Galerie 2017 an und sicherlich findest Du selbst viele Schiffe, die die Elbe befahren und eben auch an der Stadt Meißen vorbeikommen.

Viking Beyla | 28.04.2017 schiffe
Viking Beyla in Meissen am 28.04.2017

Finde Dein Lieblingsschiff auf der Elbe

Es ist erstaunlich zu beobachten, dass täglich Schiffe an der Burg vorbeifahren bzw. einen Zwischenstopp einlegen. Da wären die Diesbar, die Pirna, die Meissen, die Wehlen, die Pillnitz, die Rathen und die Krippen als häufige Elbeschiffe zu nennen. Aber es gibt ja da noch die Dresden und die Leipzig. Alle aufgezählten sind Raddampfer und richtig imposant anzusehen. Besonders viel Freude haben auch die Fahrgäste. Oft sind die Schiffe bis oben hin voll mit Gästen. Und alle Gäste haben richtig Spaß wenn es mal wieder heißt, hier in Meißen Halt zu machen am Burgberg.:)

Wenn Du Dich, so wie wir auch, für Flussschiffe interessierst, so kannst Du mühelos in der Galerie nach diesen suchen. Sende uns doch dann einfach einen Kommentar, welche Schiffe Du in den Galerien gefunden hast? Hier kommst Du zu den Galerien

2016

2017

 

 

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Alle stellen Kunst aus – Nur Deine ist nie dabei

Warum stellt niemand deine Kunst aus?

Hast Du Dich auch schon oft gefragt, warum alle Kunst ausstellen, nur Deine nicht? Du hast schon alles versucht und bist doch eigentlich so richtig kreativ. Woran liegt es also, dass alle Versuche, Deine eigene Kunst in einem größeren Rahmen zu präsentieren, immer wieder scheitern. Ja schlimmer noch: Auf Deine zielgerichteten Anfragen bei Galerien, Kunsthäusern und anderen öffentlichen Ausstellungsorten kommt gar nie eine Antwort. Dabei geht es Dir ja überhaupt nicht darum, Kunst zu verkaufen, sondern Du willst einfach nun zeigen, was Du drauf hast.

Später Beginn – wen interessiert´s !

Fakt ist : Jeder junge Künstler mit dem Lappen der Kunstakademie bekommt hundertmal früher eine lukrative Ausstellungsmöglichkeit als Du, der Du noch nicht so lange kreativ tätig bist. Schließlich hast Du ja erst nachdem die Kinder aus´m Haus sind, entdeckt, dass Du Kunst schon immer machen wolltest. Logischerweise fehlte Dir dazu immer die Zeit. Jetzt malst und werkelst Du was das Zeug hält. Genau genommen entdeckst Du heute all die Möglichkeiten, endlich das machen zu können, was Du schon immer gern gemacht hättest.

Es gibt viele Gründe, warum Du scheiterst bei all Deinen Anfragen und der Suche nach einer Ausstellungsmöglichkeit. Alle diese Gründe und Möglichkeiten haben wir in einem kleinen Leitfaden zusammen gefasst. Denn es ist wichtig, dass Du gerade eben auch andere Eindrücke bekommst und auch eine minimale Starthilfe für Deinen späten aber keineswegs zu späten Start in die Kunstwelt.

Du willst Kunst ausstellen ? Dann nimm Kritik als Geschenk!

Bevor Du nun immer neugieriger auf den Leitfaden wirst, noch ein kurzer Hinweis. Alle Tipps nützen nichts, wenn Du nicht bereit bist, ständig zu lernen und vor allem die Kunst beständig weiter zu entwickeln. Erst dann kannst Du Deine Kunst ausstellen. Freilich sind in dem kleinen Ratgeber auch nützliche Tipps, wie Du konkret eine Ansprache bei einem Ausstellungsverantwortlichen tätigen kannst. Aber vergiss bei all dem nie, dass Deine Kunst und die Umsetzung Deiner Ideen der wichtigste Türöffner zu einer Ausstellung und damit zum Betrachter sind. Deine Ideen sind es wert, in einen Diskurs zu treten.

Es kann sein, dass Du schon einmal von unserem Leitfaden für Künstler gehört hast. Infos zu diesem und speziell der aktuellen dritten Auflage findest Du hier>>>>>

kunst ausstellen

Du kannst den Leitfaden „Gestatten: Künstler, mein Name!“ aber aktuell auch in unserem Shop für 3,92 Euro kaufen. Als Zahlungsvarianten stehen Dir dort paypal und Vorauskasse zur Verfügung.

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Diese nichtsnutzigen Künstler!

Kunst online kaufen im Figunetik Shop

Du willst Kunst online kaufen? Du hast Lust, Kunst im Original zu kaufen? Aber Du denkst: Nun ja, das ist ja alles ganz gut und schön, aber sowas von teuer. Das kann sich doch kein Mensch wie ich leisten, verdammt noch mal! Was wollen diese Künstler eigentlich alle? Hä?`Arbeiten nix, sitzen stundenlang in Cafes herum oder gar noch am Straßenrand, während unsereiner rackern muss. Ja, rackern, von früh bis spät. Und wofür? Na klar: dafür, dass diese Nichtsnutze, diese Künstler eben, ihr Sorglosleben führen können. Und dann wollen die auch noch ihre Kunst an den Mann, an die Frau, an weiß ich wen, bringen. Logisch, die brauchen die nächste Tüte Gras, was denn auch sonst? Da sagen wir einfach einmal, halt inne und atme durch, denn natürlich ist Kunst, ist Originalkunst keine Groschenware. Das kann sie auch gar nicht sein, denn Kunst, schon gar Originalkunst ist, wie der Name schon sagt, immer ein Original. Ein Original ist unverwechselbar und wird es so und in dieser Form kein zweites Mal geben. Eben :).

Beruhige Dich, denn so schlimm ist das alles gar nicht

Originale kannst Du Dir eh nicht leisten, also hör auf zu jammern. Deshalb: Bumms, hier ist schon wieder so ein Online Shop, da wollen die irgendwelche Kunst verkaufen. Na Hallo Hallo!!! Als ob es das nicht schon zig-tausendfach gäbe. Aber gut, wenigstens stellen die dort keine Original Ölschinken rein. Wozu auch, die werden doch eh am besten innerhalb einer Ausstellung präsentiert und manchmal auch dort verkauft, oder? ODER???? Was aber noch ok ist, sind diese Tuschezeichnungen, die es im Figunetik Shop als Originalzeichnung zu kaufen gibt. Die wollen wohl dort so nach und nach alle bereits gezeichneten und noch nicht gezeichneten, also noch zu zeichnenden Tuschis in den Shop stellen. Das ist es, Tuschis kannst Du damit als Kunst online kaufen im Shop. Nach dem Motto: Stell´s doch in Internet. Nun ja… als ob das immer so einfach wäre, so wie am Band.

Übrigens: Den Leitfaden (ein Leid ist´s ), ihr wisst ja, den für die Künstler, damit die wissen, wie die zu einer Ausstellung kommen, den findet man dort wohl auch wieder mit Sofortüberweisungszahlmöglichkeit. Na wurde auch Zeit, verdammt noch mal.

Und hier kommste direkt zum Shop

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Wichtiger Hinweis: Das Logo des Kunst Online Shops wurde versehentlich 2 mal hier eingestellt. Bitte einmal ignorieren.

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Henri de Toulouse-Lautrec | Der Salon in der Rue des Moulins

henri de toulouse lautrec-der-salon in der rue des moulins

Wenn berühmte Gemälde als Poster bekannt werden

Kennst Du das berühmte Gemälde des Genremalers Henri de Toulouse-Lautrec mit dem Titel „Der Salon in der Rue des Moulins?“ Sicher nicht im Original, aber bestimmt als Poster oder Kunstdruck. Lautrec malte es im Jahre 1893 bis 1894. Es befindet sich jetzt im „Musée Toulouse-Lautrec in Albi, der Geburtsstadt des berühmten Malers, in Frankreich. Im Bild erkennt man sechs wartende Frauen, von denen eine (in der rechten Bildhälfte zu sehen) stehend abgebildet ist. Die Stehende ist dem Betrachter ganz abgewandt. Zu dieser Frau gibt es verschiedene Deutungen. So meinen manche Rezipienten eine ärztliche Untersuchung als Grund darin zu erkennen, weshalb sie uns den Rücken zukehrt. Möglich ist das, denn sie hält Ihren Unterrock offenbar hoch geschoben.

Kennt man den Entstehungshintergrund dieses Bildes, so ist klar, dass diese Frauen auf ihre Freier warten. Warum wird dies nun aber auf den ersten Blick nicht so deutlich? Vielleicht liegt es ganz einfach daran, dass Lautrec diese Frauen, diese Freudendamen, auf sehr naturalistische und charmante Weise darstellte. Ihnen fehlt völlig das Obszöne und Vulgäre. Sie scheinen alterslos und die ganze Szene wirkt gleichsam beruhigend. Die warmen Farbtöne, die von Ocker bis Rot reichen, unterstreichen diesen behaglichen Gesamteindruck. Die Salonreihe Lautrecs ist vor allem bekannt geworden, weil sie seit langem beliebte Motive für Kunstdrucke, Leinwandbilder und Poster bietet.

henri de toulouse lautrec-der-salon in der rue des moulins

Der Salon in der Rue de Moulin Numero 6

Direkt neben der Pariser Oper befand sich der Salon. Lautrec verkehrte oft und gern in Amüsierlokalen. An diesen Orten nahm er auch seine Inspiration mit und vertiefte viele seiner Bildideen. Dazu zählen zum Beispiel die Gemälde „Ball im Moulin Rouge“ oder „Die Toilette“. Doch zurück zu den abgebildeten Damen. Sie wirken zwar nicht übertrieben fröhlich, aber auch nicht unglücklich. Alles in allem betrachtet ist dieses Genrebild entspannend. Es scheint sich der jeweiligen Stimmungslage des Betrachters auf faszinierende Weise anzupassen. Die gesamte Bildkomposition hat etwas Nostalgisches und trägt zugleich eine klassische Note. Alles ist fein ins Verhältnis gesetzt. Der Maler beherrscht den Einsatz stilsicherer Kontraste. So setzt das hellblau-graue Kleid den nötigen Kontrapunkt, um die Spannung im Bild zu halten.

Lautrec und die Anziehungskraft der Post-Impressionismus

Der Postimpressionismus vereint unterschiedliche Stile der Jahre von 1880 bis ca. 1905 die nach dem Impressionismus von Malern favorisiert wurden. Henri de Toulouse-Lautrec zählt mit seiner Kunst dazu. Ein typisches Stilmittel der Postimpressionisten ist eine Neuordnung im Bild und die Herausstellung der Ästhetik. Ziel war die Vollendung einer vollkommenen Harmonie der Farben und Formen. Das Bild selbst sollte als eigenständiges  Kunstwerk stehen. Deshalb werden Betrachter mit Hilfe der verwendeten Stilmittel angehalten, dem Bildaufbau, den Linien und Farben eine sinnliche Bedeutung beizumessen. Auch im Gemälde „Der Salon in der Rue des Moulins“ wird diese harmonische Linienführung deutlich.

Dem Maler gelingt es, den Betrachter sozusagen „in sein Bild mit zu nehmen“. Folgen wir dem Bildaufbau Lautrecs, so gehen wir förmlich in den Raum, in den Salon hinein. Am Liebsten möchten wir uns gleich neben die beiden Damen im Vordergrund setzen. Platz wäre ja noch ausreichend vorhanden.  Neben Lautrec sind auch van Gogh, Gauguin und Cézanne Vertreter des Post-Impressionismus. Liebhaber harmonischer Bildkompositionen können sich in den seltensten Fällen ein Originalgemälde Ihres Lieblingsmalers leisten.

Kein Wunder, liegen doch die Auktionspreise eines Lautrec oder van Gogh, überhaupt für viele Gemälde berühmter Künstler seit Jahren im 2-stelligen Millionenbereich. Dafür gibt es eine große und gut sortierte Auswahl an „Postern von Werken berühmter Künstler“.  Reproduktionen von Kunstwerken in Form von Leinwandbildern und hochwertig gearbeiteten Postern erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Für alle, die eine Reproduktion eines Kunstwerkes in hochwertiger Qualität ihr eigen nennen wollen, gibt es damit viele Möglichkeiten, sich große Kunst in das eigene Heim zu holen.

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Mythos Vermeer | Die Camera Obscura

camera obscura Der Soldat und das lachende Mädchen Jan Vermeer, 1658 Öl auf Leinwand 49,2 × 44,4 cm

Möglichkeiten der Technik für die Kunst

Bei meiner Recherche über die Möglichkeiten modernster Computertechnik für die Kunst und neuer Technologien wie dem 3D Druck bin ich wieder über das Thema „Camera Obscura“ gestolpert. Es gibt relevante Hinweise dafür, dass Künstler bereits Jahrhunderte vorher schon Hilfsmittel nutzten, um Ihre Gemälde, Ihre Kunstwerke wirklich einzig“artig“ erscheinen zu lassen. Wenn wir also heute, in unserer schnelllebigen Zeit, Künstlern vorwerfen, sich diverser Hilfsmittel wie Photobearbeitungsprogrammen oder Beamern zu bedienen, so muss man anmerken: Das haben eben auch früher schon Künstler so gemacht. Logischerweise mit den damals zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten. So erfreut sich der Mythos um den Maler Jan Vermeer van Delft bis in die heutige Zeit ungebrochener Beliebtheit.

Zu diesen der Kunst dienlichen Stützen gehört zweifelsohne die Camera Obscura. Um die Benutzung dieses Vorläufers moderner Fotoapparate ranken sich speziell im Bereich der Kunst zahlreiche Legenden und Mythen. Gehörte Vermeer auch zu den Nutzern der Camera Obscura? Kann es sein, dass deshalb seine Interieurs so extrem detailgetreu wirken und andererseits seine dargestellten Figuren oftmals perspektivisch fehlerhaft? Wer war dieser Maler wirklich? Was trieb ihn an und warum hütete er sein Geheimnis? Am unten eingefügten Bildbeispiel, dem Vermeer Gemälde „Der Soldat und das lachende Mädchen“ ein rezensions-figunetischer Deutungsversuch.

Der Zeitraum Mitte 1860

Jan Vermeer wurde im Jahre 1632 in Delft, Niederlande, geboren. Er gilt bis heute als einer der berühmtesten niederländischen Maler des Barock (Goldenes Zeitalter) obwohl er zu Lebzeiten kaum rezipiert wurde. Dieser Umstand mag auch an seinem extrem kleinen Gesamtwerk von bis heute nur 37 eindeutig Vermeer zugeordneten Gemälden liegen.  Übrigens sind Zeichnungen gar nicht vorhanden. Nach seinem Tode geriet er etwas in Vergessenheit, wurde dann aber ab Mitte 1860 wiederentdeckt, breiter rezipiert und auch seine Gemälde fanden, anders als zu seinen Lebzeiten, nun fulminant Einzug in die Auktionshäuser.

Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge Jan Vermeer, 1665 Öl auf Leinwand 45 × 40 cm Bildquelle: wiki-pd
Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge
Jan Vermeer, 1665
Öl auf Leinwand
45 × 40 cm
Bildquelle: wiki-pd

Neben der häufig in den Raum geworfenen Frage, wer denn nun, so der Originaltitel bzw. dessen deutsche Übersetzung, „Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“ in Wirklichkeit* war wurde dem Maler auch immer wieder die Verwendung einer Camera Obscura angedichtet.

*(Die Frage wurde populär aufgegriffen im Roman von Tracy Chevalier aus dem Jahr 1999 und im gleichnamigen Film von Peter Webber aus dem Jahre 2003) 

Detailtreue: künstlerisches Stilmittel oder der Beweis für ein Hilfsmittel?

Noch lange bevor die Fotografie alltagstauglich wurde und den Menschen Fotos somit optisch vertraut waren, bemerkte der amerikanische Lithograph und Radierer Joseph Pennell die augenscheinliche Disharmonie im Größenverhältnis der beiden dargestellten Personen in Vermeers Gemälde „Der Soldat und das lachende Mädchen“. Aber, und jetzt wird es nochmals wirklich interessant, die vermeintliche Diskrepanz ist in der Tat nur eine vermeintliche.

Folglich, wenn es sich bei dem berühmten Gemälde um eine Fotografie handeln würde, so wäre das Gemälde komplett stimmig. Dazu brauchen wir uns nur einmal aktuelle Fotos mit Menschen, zum Beispiel Selfies oder Gruppenfotos anzuschauen. Die extreme und oft nahezu unwirklich erscheinende Größe der im Vordergrund sich befindlichen Personen ist aufgrund der perspektivischen Verkürzung logisch und somit normal. Insofern lügt die Linse nicht.

Zur Zeit Vermeers gab es jedoch noch keine Vertrautheit mit Fotos, denn es gab keine Fotokamera im heutigen Sinne. Wohl aber gab es die Camera Obscura und zwar war deren Prinzip und Aufbau bereits Aristoteles (384–322 v. Chr.) bekannt. So baute Roger Bacon. (1214–1292 oder 1294)  erste Apparate in Form einer Camera obscura für Sonnenbeobachtungen. Ebenso befassten sich Leonardo da Vinci und Johannes Kepler mit dem Prinzip der Camera Obscura. Im Mittelalter dann konstruierte Johann Zahn ein transportables Gerät. Das war im Jahr 1686 und damit  etwas später als in der Entstehungszeit der Gemälde Vermeers, was den Mythos um die Benutzung unnütz verstärkt.

Der Mythos Vermeer lebt: Perspektivisch anders und auffällig

Es ist jedoch anzunehmen, dass Vermeer eine Camera Obscura benutzt hat, denn ab dem Beginn des Mittelalters war man in der Lage Linsen zu schleifen und damit das bisherige Loch in der Camera Obscura zu ersetzen. Doch zurück zur eigentlichen Frage, die da lautet, warum es Joseph Pennell überhaupt auffiel, dass Vermeer perspektivisch so anders malte als nahezu alle seine künstlerischen Zeitgenossen.

Einfach erklärt und kein Mythos: Da es seinerzeit noch keine Photographie gab, malten die Maler hauptsächlich nach Modell, sprich, es saßen die dargestellten Personen, wenn auch nicht unbedingt selbst, so doch beispielhaft in Form von Statisten (siehe dazu z.B. die Arbeitsweise Carravagios o.ä.) real Modell. Dabei waren ebensolche Perspektiven erkennbar. Diese versuchte der jeweilige Maler jedoch rein intuitiv mit seinem „Wissen“ auszugleichen. Er malte somit weniger etwas was er tatsächlich sah, sondern vielmehr das, was er wusste oder zu wissen glaubte. Dies beruhte auf der Tatsache, dass wir heute – im Gegensatz zu den Menschen zu Zeiten Vermeers – wesentlich vertrauter mit jeglicher Art von Vordergrundobjekten sind. Damals undenkbar.

Wenn nun also Vermeer, wie im Bild unten, seinen Offizier fast doppelt so groß wie das lachende Mädchen malte, so liegt es nahe, dass er es durch eine Art Camera Obscura so sah und sich auf das Gesehene verließ. Dies macht auch gleichzeitig seinen unverwechselbaren Stil aus. Er, der Meister des Lichtes, auch der Maler  der Stille genannt, um ihn ranken sich Legenden. Die Meinung der Kunstgeschichtskenner geht weit auseinander, was die Benutzung der Camera seitens Vermeer anbelangt. Es gibt tendenziell aktuell eine etwas größere Anzahl an Experten, die den Mythos Vermeer um die Camera bekräftigen.

Pro und Contra bis hin zu ausgefeilten Untersuchungsmethoden

Manche von Ihnen, so der niederländische Gelehrte PTA Swillens , er sich intensiv mit Veermers Malstil beschäftigte, waren nicht der Meinung, dass der Maler es nötig hatte, ein solches Hilfsmittel zu nutzen. Andere wiederum gingen mit fast kriminalistischem Spürsinn und Methodik der Frage nach der Benutzung nach. Dazu baute beispielsweise Daniel A. Fink im Jahre 1971 extra eine solche Kamera exakt nach und stellte diese in einen Raum mit Nordlicht. Dieses wurde von den damaligen Malern bevorzugt. Fink untersuchte mit dieser Camera Obscura ähnliche Gegenstände wie jene in Vermeers Bildern in einem ähnlichen Raum mit ähnlichen Verhältnissen und er kam zu einem Ergebnis, welches die These der Pro-Camera-Obscura Benutzung stärkt. Alle Einzelheiten zum Abschluss seiner Untersuchung sind hier zu finden: „Vermeer’s Use of the Camera Obscura – a Comparative Study“

Bis heute sind sich Experten uneinig darüber, ob Vermeer eine solche Camera Obscura benutzte. In 13 seiner Gemälde wurden kleine Einstiche gefunden. Diese deuten darauf hin, dass der Maler, um die Perspektive im Bild umzusetzen, sich bekannter und unspektakulärer Hilfen bedient haben könnte, vielleicht ähnlich jenen, die Martin Missfeldt in seinem Blog am Beispiel „Der Zeichner der Laute“ von Albrecht Dürer beschreibt. Möglich auch, dass Vermeer beides nutzte, um die faszinierenden Interieurs zu erschaffen, die bis in die heutige Zeit Menschen so begeistern, dass Ausstellungen des Malers schon Wochen vorher komplett ausverkauft sind.

Bei allem Mythos: Lassen wir doch Vermeers Bilder und deren Entstehungsmythos auf uns wirken – mögen sich die Experten auch weiterhin nicht einig sein 🙂

mythos vermeer camera obscura Der Soldat und das lachende Mädchen Jan Vermeer, 1658 Öl auf Leinwand 49,2 × 44,4 cm
Der Soldat und das lachende Mädchen
Jan Vermeer, 1658
Öl auf Leinwand
49,2 × 44,4 cm (Bildquelle: wiki-pd)