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Warum soll ich Dein Bild kaufen? Mach doch mal´n Zettel bitte !

kunstzettel

Ne schöne Inspiration eigentlich mal wieder für die  nächste Ausstellung im Spätkunstshop am Goldenen Reiter in Dresden. Diesmal zum Motto „Das würde ich mir nicht mal selber an die Wand hängen“. Dort geht´s nämlich am 19.10.2017 wieder weiter und dabei sein werden diesmal diese kleinen neu und spontan entstandenen“Kunstzettel“. Alles hat mit dem einfachen Alltags-Satz „Mach doch mal´n Zettel bitte“ angefangen anzufangen.

Brot für die Enten war das Erste. Das Erste was???? Erstling, Erstkunstwerk. Klein und fein. Einfach aus dem Alltags-Drang heraus, eben schnell mal diesen Zettel zu fertigen, entstand ein Kunstwerk. Das war auch schon im Späti zu sehen, dem Spätkunstshop. Wo? Ja genau da: Dort wo Kunst ist und wo Künstler sich treffen. Das Brot der frühen Enten, so könnte man meinen. Sie waren eben die ersten. Die ersten Kunstzettel. Die gehen nur spontan. Die sind nicht geplant usw. Auch nicht von langer Hand.

Brot für die Enten | Ralf Hakl (2017)
Brot für die Enten | Ralf Hakl (Edding auf Brottüte, Kunsttüte, 2017)

Warum soll ich Dein Bild kaufen? Kunstzettel und Kunsttüten

Warum Du mein Bild kaufen sollst? Pfff….Hat keiner gesagt. Musst Du nicht kaufen. Darum geht das hier nicht. Darum geht das bei Kunst nicht! Darum ging das bei Kunst noch nie. Du denkst doch? Falsch! Keine Ahnung haste. Kunst ist immer da. Sie umgibt uns, auch und besonders da, wo wir sie gar nicht erahnen. Zum Beispiel – ich komme jetzt wieder auf diese Kunstzettel zurück – im alltäglichen Leben. Hier sind zum Beispiel noch zwei weitere Kunstzettel. Du, die wären nie so locker entstanden, wenn die bewusst und gezielt hätten kreiiert werden müssen. Schau doch mal genau hin. Beim ersten Kunstzettel hast Du drei Varianten einer Aussage. Ganz spontan. So ist das nämlich:)

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Ralf Hakl | Frisch gestrichen x 3 (3 Kunstzettel, Papier, Marker, 2017)

Beim zweiten Zettel geht´s um das morgendliche Aufstehen und einen Kater 🙂 Nee, nicht den Kater, den wo Du immer gleich denkst Du brauchst Tomatensaft. Mach doch Du auch mal´n Zettel einfach bitte.

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Ralf Hakl | Kater ist 3:45 raus (Kunstzettel, Papier, Marker, 2017)
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schwebendes kind und andere re-form (en) | OSTRALE 17

re-form ostrale 2017

re-form | Eindrücke von der OSTRALE 17

Heilige Hallen sind das fast schon, so könnte man meinen. Wie schon in den Vorjahren begann unsere Entdeckungstour auf der diesjährigen OSTRALE 17 in Dresden, dem Kunsterlebnis schlechthin, in der oberen Etage. Wir arbeiteten uns dann von vorn nach rechts durch die nummerierten Kunsträume. Das diesjährige Motto: re-form. Über 1000 kuratierte Kunstwerke von ca. 200 jungen und etablierten Künstlern aus 40 Nationen, das ist schon viel. Viel an Kunsteindrücken, an Seh- und Hörerlebnissen, an Klängen, Videoinstallationen, Lichtern, Materialien und auch Lesbarem. Immer wieder begegneten uns auch Sprüche von Schriftstellern, darunter welche von Bukowski und Kästner. Manchmal fragten wir uns:  kann es auch ein Zuviel an Kunst geben? Um diese Frage dann schlussendlich doch zu verneinen. Wie könnten wir auch so etwas…?Wer hätte denn…?

Mahnendes, Retro-Avantgardistisches und Individualkunst

Es fehlte nirgendwo der mahnende Zeigefinger. Kunst, Kunst soll, Kunst muss….Unerbittlich stocherte er, dieser Zeiger, in die blutenden Wunden unserer Zeit! Äußerst fatal nur, dass Jene, die ihn sehen sollten, ohnehin keine Ostrale besuchten und dies wohl auch nie tun werden. Fast könnte man die erhobenen Finger des schwebenden Jungen (Titel der Arbeit: Ti Jean) von Manuel Frolik als eben diesen erhobenen Zeigefinger deuten.

Mit Künstlern der Neuen Slowenischen Kunst – kurz NSK genannt – war auch die Retroavantgarde zahlreich vertreten. Aber es begegneten uns auch Künstler aus der Vergangenheit in Form neuer Kunstwerke der Gegenwart. So fand ich Picasso, Schiele und Bosch. Wer sich die Kunstwerke noch einmal im www. ansehen möchte, der wird auf dem Portal der OSTRALE 17 fündig. Dort einfach herunter scrollen zum Punkt Künstler und die einzelnen Künstler und deren Kunst im Klappmenü anschauen.

Wir wünschen viel Freude beim nachträglichen Recherchieren und seid einfach das nächste Mal dabei – dann bei der OSTRALE 18 und schließen mit einem bekannten Bukowski  Zitat, welches auf einem der vielen Rand-Notizen auf der OSTRALE zu finden war: „Wir werden alle sterben, jeder von uns, was für ein Zirkus! Das alleine sollte uns dazu bringen, uns zu lieben, aber das tut es nicht. Wir werden terrorisiert von Kleinigkeiten, zerfressen von gar nichts.“

re-form ostrale 17
Plakat mit Fotografien der Kunstwerke der Ostrale 2017 von Jessica Hakl

 

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Meißen im Morgennebel

Morgennebel | 17.09.2017

Meißen im Morgennebel

Gigantisch und unwirklich im Morgennebel zeigte sich heute morgen die Altstadtseite von Meißen. Ganz im morgendlichen Neben lagen Burg und Logenhaus. Die erleuchteten Fenster schienen wie Feuer zu brennen. Nahtlos reiht sich auch dieses Motiv ein in unsere Meissen Galerie 2017, die wir hegen und pflegen. In der Meissen Galerie zeigen wir ein tägliches Meißen Bild. Sehr oft sind natürlich der Burgberg in all seinen Facetten, die Elbe und er Blick zur Altstadt zu sehen. Aber auch Eindrücke aus der Natur, dem Elberadweg und der Tierwelt an der Elbe findest Du in unserer >>>>> Galerie.

morgennebel

Immer anders und immer romantisch

Meißen präsentiert sich, wie viele alte Städte, recht romantisch. Hinzu kommen die Elbeschiffe, die den täglichen Blick zur Burg besonders anreichern. In vielen Facetten zeigt sich eine alte, ehrwürdige Stadt. Undenkbar, wenn Burg und Dom nicht genau an dieser Stelle wären. Im heutigen Morgennebel waren die Bauwerke zum Teil verdeckt. Die Lichter kamen dabei besonders zur Geltung. Auch in der Meissen Galerie aus dem Jahr 2016 werdet ihr so manches Motiv finden, welches Euch begeistert. Schaut doch einfach einmal rein 🙂

Als Belohnung gibt es noch das Panoramabild des heutigen Nebels. Wir wünsche viel Freude beim betrachten aller Fotos.

morgennebel panorama

 

 

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Der Maler K.O. Götz und das sekundenschnelle Malen

Karl Otto Goetz k o goetz

Malerei im Rhythmus der Pinselzüge

Der Maler Karl Otto Götz bezeichnete seine Malerei als „Malerei im Rhythmus der Pinselzüge und Rakelschläge“. Seine großen Schwarz-Weiß-Kompos erinnern an explodierende Materie. So kraftvoll, so gewaltig sind seine Abstrakten! Klar, den Hans Arp kannte er, war befreundet mit ihm, wie auch mit dem Maler Otto Dix. Und logischerweise, wie könnte es auch anders sein, mochten ihn die Nazis nicht. Da gab´s erst mal ein Malverbot. Viel zu modern war seine Malerei. Da war nix Angestaubtes, nur eben Raum für neue Ideen, neue Bildideen. Das passt natürlich nicht zu solchen Idioten, die nur im Drecke wühlen und sich kitschigste Heldenbilder irgendwo hin hängen. 103 Jahre alt ist der Maler geworden, der Götz, der Maler Götz, abgekürzt K.O. Götz genannt. KO ist da auch zutreffend irgendwie. Zumindest wenn Du Dir mal die gigantischen Bildwerke von dem genauer anschaust.

Götz als Pionier der informellen Malerei

Es wird ja alles einsortiert in irgend eine Rubrik. Kurz und gut: Götz zählt zum Vertreter der informellen Malerei. Somit nicht unbedingt geometrisch und eben gegenstandslos. Abstrakt einfach. Auch seine beiden zu künstlerischen  Berühmtheiten avancierten Schüler, der Gerhard Richter und der Sigmar Polke haben da ja eine große Pinselladung mit davon abbekommen. Auch der aus Sachsen stammende Maler Gotthard Graubner zählte, zumindest zeitweise, zu seinen Schülern.  Ach übrigens fast schon zwingend: Götz wirkte selbstverständlich mit bei Biennalen und der documenta. Was denn auch sonst? Als ein deutscher Wegbereiter der modernen Malerei wird er in die Kunstgeschichte eingehen. Recht so! Ach so, fast vergessen zu erwähnen: Professor war er auch noch, nämlich an der Kunstakademie Düsseldorf. Klar, sonst hätten die alle ja nicht seine Schüler sein können usw….usf.

Schnell, schneller am schnellsten

Guck Dir das mal an! Das Video (ab 00:00:34) meine ich, genau das: Wie schnell der da herumrakelt in die frische Farbe. Noch ganz nass muss die dafür sein. Es ist auch ein Kampf! Wunderbar! Und komm mir bloß nicht mit dem unsäglichen abgedroschenen Argument, dass das jeder kann. Hilfe! Ideen musste eben haben, nicht nach labern, wenn das Andere schon gedacht und gemacht haben.

Nicht wundern, wenn ich hier kein Beitragsbild des großen Meisters reinstelle in den Beitrag. Darf ich nicht. Alles unter Urheberschutz der jeweiligen Fotografen und nicht zuletzt des Künstlers selbst. Deshalb nur die Skizze – mehr is nich. Müsst ihr selber schauen unter Bildsuche K.O.Götz im weiten weiten www-Wunderland:)

Karl Otto Goetz k o goetz
K.O. Götz | Zeichnung – Skizzenbuch, B8, Iris Hilpert (2017)

 

 

 

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Deine Mappe will keiner sehen!

Ich kann keine Künstlerbewerbungen mehr sehen!!!

So oder ähnlich reden etablierte und nicht nur etablierte Galeristen über uns arme Künstler, die wir dann dorten stehen, im Regen gar, die Mappe unterm Arm. Der Arm, der Künstlerarm, der arme Künstlerarm, der anderntags und die vielen Tage zuvor bereits Kunst schuf. Wichtige Kunst, richtige Kunst, wahre Kunst! Und dann nimmst Du allen Mut z´samme und nimmst Dir vor „Heut werd ich zu ihm gehn!“. Doch wer ist dieser „ihm“? Und welche Ziele verfolgt er überhaupt? Dazu las ich vor einiger Zeit einen sehr aufschlussreichen Beitrag im „Art Magazin“, der genau das auf den Punkt bringt.

Klar dürfte ja nun sein, dass Du als Künstler, als armer Künstler noch dazu 😉 nicht nun noch dort zu dem Galeristen hinlatschst. Manche Galerien schreiben sogar auf Ihre Webseite, dass Sie keine Bewerbungen von Künstlern akzeptieren. Ist ja auch irgendwie logisch, so wie Kunst eben kein Geschäft ist , so ist auch eine Bewerbung im herkömmlichen Sinne (hier mit Mappe) irgendwie am Ziel vorbei.

Schön straff durchpinseln, bloß keine Schaffenspausen

Kennst Du den Spruch? Der Künstler hat eine Krise. Was hat der? Na, eine Krise, eine Schaffenskrise, früher auch kunstvoll und stilsicher Schaffenspause genannt. Im Übrigen ein sehr wichtiger Schritt im Leben eines Künstlers. Denn da wird eben auch nachgedacht, umgedacht und neugedacht. Mag ja lächerlich klingen irgendwie, aber manche Künstler hatten diese Pause immer :). Trotzdem sind sie Künstler, oder nicht?

Auch die folgende Situation ist schlimm für Dich als Künstler. Du bist extrem von Dir überzeugt. Bringst Dich ein wo immer Du kannst. Zudem nutzt Du alle Kontakte zu allen möglichen Freunden, bloß um wieder irgendwo Deine Bilder zu hängen. Viele Deiner Freunde kommen, sei ehrlich zu Dir selbst, letztlich eh nur noch der Getränke wegen! Du hast sie ganz einfach mit Deinen vielen Aktivitäten in Bezug auf Nur-Deine-Kunst gnadenlos überfordert. Und jetzt stell Dir mal den Galeristen erst vor. Zu dem kommst Du dann auch noch mit Deiner Mappe. Schlimm.Du willst wissen warum???

Deine Mappe ist ein einziges buntes Durcheinander

Und im Übrigen suchen die sich Ihre Künstler aus. Was? Das hast Du noch gar nicht gewusst? Na dann viel Spaß bei der nächsten Initiativbewerbung Du armer Künstler, der eigentlich so arm gar nicht immer ist, der gelegentlich einfach denkt, er kann es. Mal so nebenher. Neben dem anderen Leben, dem Berufsleben usw. Schließlich muss er ja auch Kohle verdienen, der arme Künstler mit seiner bunten Bastelmappe. Ein bisschen Illustrationen sind dabei, dann wieder mal paar Fotos. Ach ja und natürlich auch ein wenig was in Öl. Du lieber Himmel. Gotte bewahre, bewahre mich vor diesen Künstlern. Das und nichts anderes wird sich der Galerist denken. Und zwar immer dann, wenn wieder einer kommt, der da von sich meint, der einzig wahre Künstler zu sein!

Bis zum völligen Durchblick empfehlen wir unseren Leitfaden (Leit- nicht Leidfaden, obwohl auch das zuträfe :))

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