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rund und un-dynamisch – kantig und schnell: Die Magie der Geschwindigkeit in der Zeichnung

Haben Sie sich auch schon oft gefragt, warum manche Bilder so extrem lebendig wirken, andere hingegen steif und unlebendig ? Warum sieht man die Bewegung – speziell in der figürlichen Darstellung – bei einigen Zeichnern und Malern so deutlich, während andere sich damit unendlich schwer tun. Man sagt dann oft, diese Zeichner hätten einen flotten Strich, bei Malern ist die Bezeichnung Pinsel-Duktus geläufiger. Angehängtes Bild „Windmill“ ist ein kleines Beispiel für schnellen Zeichenstrich. Mund, Nase, Gesichtszüge haben keine glatten runden Formen, was die Lebendigkeit durch diese grafischen Elemente verstärkt. Entgegen der landläufigen Meinung, dass jedes Kind zeichnen lernen kann, indem es Kringel und Kreise malt, sage ich, dass es ja richtig sein mag, dass Jeder in der Lage ist, einen Zeichenstift zu halten und sich auch bildhaft auszudrücken, aber schwungvoll und bewegend zeichnen kann er deshalb noch lange nicht. Am Rande hervorheben möchte ich noch, dass Schatten in der Zeichnung (Graphit, Silberstift) nie herbeizuschmieren sind, sondern stattdessen gestrichelt bzw. schraffiert werden. Werde evt.  zu einem späteren Zeitpunkt darüber etwas posten.

 

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Astronauten entdecken eine vierte Grundfarbe

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit meinem Bruder, welcher mir noch zu DDR – Zeiten von einem Zeitungsbericht erzählte, wonach Kosmo-bzw. Astronauten vor vielen Jahren bereits  eine vierte Grundfarbe im Weltall entdeckt hätten, welche logischerweise nicht zu beschreiben ist. Weiter hatte ich vor einiger Zeit eine heiße Diskussion mit einem Musiker, der mir erklärte, dass es sicherlich Töne gibt, die nicht auf der Tonleiter liegen, die wir Menschen bloß eben nicht zu erfassen in der Lage sind. Es könne ihm daher auch keiner vorschreiben – wie er ein bestimmtes bekanntes Lied interpretiert. Das ist alles einleuchtend.

Überhaupt komme ich auf diese Episode, weil Künstlern, die sich experimenteller Kunst verschrieben haben, immer wieder vorwurfsvoll unter die Nase gehalten wird, dass es ja alles schon immer in dieser oder jenen Variante gegeben hat. Die ewig Gestrigen, die es auch Heute und Morgen immer geben wird, begreifen nicht, dass man natürlich nicht alles neu erfinden kann, sondern manches neu entdecken muss. Man stolpert über eine Idee. Die innere Unruhe ist dabei nur die Triebkraft, nicht das Schlussmoment der Suche.

Man kann auch arrangieren, neu komponieren, vermischen und schütteln – und – dabei Etwas Eigenes entstehen lassen. Inspiriert wird man von so vielen Dingen, bewusst und auch unbewusst.

Die Aussage, dass es alles sowieso schon  gegeben hat, ist unnütz und bringt keinen recht weiter. Es ist so, als wenn man sagt, was erzählst Du mir da, alles schon gehört, alles schon gesehen, alles schon erlebt. Wozu denn dann überhaupt noch  leben, denn das haben ja die anderen schon alle gemacht.

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Sascha Schneider | Der Anarchist

Der Anarchist“ (1894) – wiki-pd

Denkt man an den Maler Sascha Schneider, dann zieht man sofort eine Parallele zu Karl May, für den er viele Titelbilder gestaltet hat. Aber diese Festlegung allein wird dem Maler nicht gerecht. Eine kurze Erinnerung an einen großartigen Zeichner und treffsicheren Maler.


Sascha Schneider:

Seine Illustrationen für die Buchausgaben von Karl May machten ihn bekannt.  Gekonnte Körperstudien junger männlicher Athleten, wie auch auf der beigefügten Abbildung „Der Anarchist“ zeigen die Treffsicherheit in der Zeichnung und ein großes Talent, ganz wie es in die Kunststadt Dresden passt. Denn dort war er Zuhause, dort hat er Kunst studiert und bis zu seinem Tod  im Künstlerhaus in Dresden-Loschwitz gearbeitet.

Sein künstlerischer Weg führte ihn im Jahr 1900 auch nach Meißen, wo er ein erstes eigenes Atelier eröffnete und für die Johanneskirche in Meißen ein Fresko gestaltete.

Schneider, der eigentlich Rudolph Karl Alexander Schneider hieß und am 21.09.1870 in Sankt Petersburg geboren wurd, lernte Karl May im Jahr 1903 kennen. Für Karl May gestaltete Schneider eine Serie neuer Titelbilder für seine Abenteuerromane. Die künstlerische Anerkennung wurde dem Maler in Deutschland aufgrund seiner homosexuellen Neigung verwehrt, so dass er  – trotz seiner Anstellung als Professor an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule in Weimar – nach Italien ausreiste.

Während einer Rundreise starb der Maler am 18.08.1927 infolge einer Zuckerinsuffizienz in Swinemünde.

 

 

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Der Tarantel-Trick: Foto machen – einscannen – auf Leinwand beamen – fertsch !

Zur Abwechslung hier mal der Tipp eines Users an eine andere Userin aus einem Kunstforum: (In diesem speziellen Fall ging es um die original- bzw. fotorealistische Darstellung einer Tarantel, weshalb ich diesen Tipp auch einfach den Tarantel-Trick nennen möchte 😮

Originalzitat

„Jupp… ist zwar halb geschummelt … aber was ich bisher diesbezüglich gesehen habe, bzw. die Resultate sprechen für sich …

Photorealistisch malen … du nimmst ein Photo… scannst es ein… besorgst dir einen Beamer (im Notfall geht auch das Photo auf Projektorfolie drucken und n Projektor nehmen) … und dann wirfst das Bild via Beamer / Projektor auf die Leinwand…

Ich weiss … ich weiss… das ist geschummelt … dennoch … ich hab mal ein paar Ölporträts gesehen, die auf diese Weise gemalt wurden und das Resultat spricht leider leider dafür . Also ab in den Zoo … n paar Photos von ner Tarantel in verschiedenen Positionen … dann das nehmen; welches am ehesten mit der bereits gemalten Tasse zusammenpasst … und dann ab dafür … dein Kunde wird sicherlich nicht fragen, wie du es so realistisch hinbekommen hast …“

Na klar, so einfach ist das ! na dann ma ran an die Buletten!

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Nogo: Bezahlgalerien oder Wie profiliert sich eine Location, die Bildende Kunst ausstellt?

Es wird in diversen Foren und Blogs immer wieder heftig darüber diskutiert, wie und wo man am besten ausstellt. Dabei werden vor allem die Leistungen der entsprechenden Galerie bzw. des jeweiligen Ausstellungsortes thematisiert bezüglich der Vorbereitung der Vernissage, Midissage oder Finissage, der Presse- und/oder Verteilerarbeit, des Einladungsmanagements usw. usf.

Dass Bezahlgalerien kein Thema sind, setze ich jetzt hier einfach mal wie auch im Titel bereits voraus.

Ich denke bei allen diesen z.T. auch sinnvollen Überlegungen: Eine Location, welche Kunst ausstellt,  profiliert sich immer und allein durch das Niveau der ausgestellten Arbeiten. Das bedeutet, dass die örtlichen Gegebenheiten nicht immer das alleinige Maß der Dinge sind, sondern der Kreis an Künstlerkollegen und Kunstfreunden, der im Laufe der Zeit aufgebaut wird sowie die Entwicklung- und Entwicklungsfähigkeit der Künstler. Es ist dabei nicht sonderlich wichtig, welcher Prosecco oder welche Musikeinlage den Rahmen bilden, sondern einzig die präsentierten künstlerischen Arbeiten und die sich daraus ergebenden Entwicklungsmöglichkeiten.  Ob dies in einer großen Lagerhalle, einer Garage oder   einem anderen – auf den ersten Blick – ungewöhnlichen Ort stattfindet, ist für die Qualitätsaussage über die Kunst, die gezeigt wird, unerheblich.

Sammler finden den Weg zu außergewöhnlicher Kunst auch ohne das Tamtam darum herum 🙂