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Wien Modern: Aktuelle Kunst in der Walzerstadt

mumok wien erleben

Wien ist mehr als „nur“ historische Opulenz. Hier wird nicht ausschließlich auf den Spuren großer Söhne und Töchter gewandelt, auch in Sachen Gegenwart braucht sich die Donau-Metropole durchaus nicht zu verstecken.
Die zeitgenössische Seite der Alpenrepublik springt vielleicht nicht ganz so auf den ersten Blick ins Auge wie die Spuren ihrer vielen Vorgänger, Kunst und Kultur blühen aber durchaus auch in ihrer modernen Form. Das Herz der Alpenrepublik ist kein verstaubtes Freiluftmuseum, es gibt auch unendlich viele Künstler unserer Zeit, die hier leben und arbeiten. Vielleicht nicht ganz so hipp wie New York oder Paris – aber spannend.

Selbst wer hier eigentlich auf den Pfaden vergangener glorreicher Tage der barocken Üppigkeit wandeln möchte, wird durchaus zumindest zufällig auf das eine oder andere moderne Objekt im öffentlichen Raum aufmerksam – und in seinen Bann gezogen. Vielleicht ein wenig leiser, und dezenter, aber nicht weniger sehenswert. Da hat Erwin Wurm ein zerfließendes Boot vom Dach eines Hotels baumeln lassen, dort hat Adolf Loos sein Haus hingestellt, das in Ästhetik und Funktionalität bis heute überzeugt. Die aus Betonblöcken zusammengesetzte Wotrobakirche am Stadtrand hat nichts Rund-Einladendes, aber viel Einmaliges.

„Der Kunst ihre Freiheit“

Unter den Goldranken der Jugendstilkuppe am Wiener Naschmarkt erinnert die Secession die hektisch rund um den Naschmarkt wuselnden Passanten an das Motto der Kunstelite zur Jahrhundertwende. Lange haben die Wiener gebraucht, um sich an dieses Gebäude zu gewöhnen – heute beherbergt es einige der wichtigsten Werke zeitgenössischer Kunst.

Schnörkellos modern und doch exotisch-aufregend – ja, auch das ist Wien.

Es warten zahllose Wiener Museen, Galerien, Sonderausstellungen, Messen und Festivals darauf, in die aufregende Welt des zeitgenössischen Kunstgenusses zu entführen.

sezession secession

Wiener Moderne

Unter diesem Sammelbegriff fällt das Kulturleben in der österreichischen Bundeshauptstadt um die Jahrhundertwende 1890 bis 1910. Ein kulturell ausgesprochen fruchtbarer Totentanz knapp Vor dem Untergang der Donaumonarchie. Bald sollte ganz Europa in den Untergang trudeln und die Welt mitreißen – in Wien fand noch ein letztes großes Aufbäumen der Kultureliten statt.

Bis heute gehen bahnbrechende Entwicklungen in Philosophie, Malerei, Architektur, Musik und Literatur von der Donau-Metropole aus. Wien war um 1900 aber auch das unumstrittene Zentrum in Sachen Mathematik, Medizin und Wirtschafts- und Rechtswissenschaften.

Die Auswahl an Wiener Museen und Sammlungen, die sich ganz oder zum Teil der modernen und zeitgenössische bildenden Kunst widmen, ist fast unendlich lang.

Dauerhaft widmen sich jedenfalls folgende Wiener Institutionen diesem Genre:

• 21er Haus (Belvedere)
• Albertina
• Augarten Contemporary (ehemals Atelier Augarten)
• das weisse haus
• Dom- und Diözesanmuseum der Erzdiözese Wien
• Gemäldegalerie – Akademie der bildenden Künste
• Generali Foundation
• Kunstforum (Bank Austria)
• Kunstforum (Strabag)
• Kunsthalle Wien
• Kunsthaus Wien
• Kunsthistorisches Museum
• Kunstkammer (Kunsthistorisches Museum)
• Künstlerhaus
• Leopold Museum
• MUMOK (Museum moderner Kunst)
• MUSA – Museum Startgalerie Artothek
• Schloss Belvedere Österreichische Galerie
• Österreichisches Museum für Angewandte Kunst (MAK)
• OstLicht – Galerie für Fotografie
• Palais Kabelwerk
• Phantastenmuseum
• quartier21 im Museumsquartier
• Secession
• WestLicht – Schauplatz für Fotografie
• Weltmuseum Wien
• Wien Museum

„Kunst um der Kunst willen“

Als Gegenpol zum Naturalismus wandte sich die Moderne einst gegen die vorherrschenden Maxime des naturgetreuen Abbildens realer Umstände. „L’art pour l’art“ plädierte für ein ganz eigenes Stilkonglomerat. Unendlich viele teils völlig widersprüchliche Strömungen entwickelten sich in Wien zu einem ganz speziellen Stil, der Europa eine Zeit lang prägen sollte.

Aktuelle Ausstellungen

Must-sees: Die Liste der Hot-Spots ist schier unendlich, Dauer-Schauen ergänzen einmalige Events. Halten Sie in der Donau-Metropole stets die Augen offen nach Pop-ups oder kleinen Festivals. Die machen oft nicht viel Getöse, versammeln aber das Who-is-Who. So sei ein Besuch im Backstein-Ensemble Brotfabrik dringend ans Herz gelegt, wo sich innovative kleinere Galerien und Ausstellungsräume etabliert haben.

Derzeit bieten sich auch in den altehrwürdigen Institutionen paradiesische Ein- und Ausblicke: Zwei Granden der österreichischen Gegenwartskunst stellen in den renommiertesten Stätten des Landes aus: Da wäre etwa Erwin Wurm mit seinen speziellen Skulpturen im 21er Haus des Belvedere, die 2014 verstorbene Ausnahmekünstlerin Maria Lassnig lockt mit dem Körper in die Albertina.

Das Kunst-, Musik- und Performance-Duo Fischerspooner beehrte erstmals mit seiner queeren Installation „Sir“ das mumok im Museumsquartier.

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Es ist natürlich subjektiv, welche Institutionen man als absolute Must-sees in Wien empfiehlt. Geschmackssache. Allerdings sollte gerade für Besucher wohl das kunterbunte Hundertwasserhaus mit seinen Dauer- und Sonderausstellungen auf gar keinen Fall auf dem Besuchsplan fehlen. Selbiges gilt für das üppig-kitschige Phantastenmuseum im Palais Palffy, das es in seiner aktuellen Form nicht mehr lange geben wird.

Augenklappe für Lady Gaga

Im MAK beeindruckt wiederum die „handfeste“ Seite der Kunst: Hier findet man sowohl atemberaubende Dauerstücke wie Jahrtausende alte Gewänder und asiatisches Porzellan als auch vom Tiroler Designer And_i designte ausgefallene Schmuckstücke – im angrenzenden Shop zum Mitnehmen. Er stattet unter Anderem Pop-Stars für ihre Videos aus. Kunst zum Angreifen in unmittelbarer Nähe zu Innenstadt und Ring, den geschichtsträchtigen Prachtboulevards.

Sollte es Sie am 11. Juni in die Walzerstadt verschlagen, planen Sie unbedingt einen Abstecher im Museum für moderne Kunst mumok ein! Zwischen 10 und 19 Uhr erwartet Sie bei freiem Eintritt ein unvergesslicher Kulturgenuss! Für alle Altersklassen sind Aktivitäten vorgesehen, die Art People nie mehr vergessen werden. Selbige fühlen sich übrigens im gesamten Museumsquartier ausgesprochen wohl und bestens unterhalten: Als eines der zehn größten Kulturareale der Welt vereint das barocke Gebäude unzählige Institutionen rund um die moderne Kunst und beherbergt mehrere Veranstaltungs-Locations für Jung und Alt.

Gerade im Sommer lassen Kultur-Interessierte aus aller Welt gemeinsam mit den Einheimischen hier die Seele baumeln – und sich inspirieren von emsigen Treiben der Studenten, Touristen und Kunst-Freaks. Digital Art trifft auf  Literaturveranstaltungen und Pop-Konzerte, Kindertheater gedeiht bestens neben Architekturjuwelen.

Design-Märkte und Pop-up-Events locken Fashion-Victims ebenso wie eine aktuelle Ausstellung über Bademode im Q21, und im Sommer sind hier sogar die Sitzgelegenheiten preisverdächtig: Die sogenannten „Enzis“, benannt nach ihrer Designerin, stehen als bunte Sitz- und Liegemöbel im Innenhof allen Besuchern zur Verfügung.

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