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Wassily Kandinsky | Der blaue Reiter und At rest | eine Gegenüberstellung

At Rast Blauer Reiter Wassily Kandinsky

Kandinsky – zwei Bilder eines Künstlers

Wassily Kandinsky: kaum ein anderer Künstler  hat so nachhaltig die Moderne Kunst geprägt. Immer wieder hat sich Kandinsky selbst neu erfunden und erinnert in manchen Phasen seines Schaffens auch an Max Ernst. Der blaue Reiter und At rest sind zwei auffallend unterschiedliche Werke von Kandinsky und vielleicht nicht ganz so bekannt wie beispielsweise „Komposition VIII“, welches im Guggenheim in New York hängt. Zwischen den beiden Bildern liegen 39 Jahre. Insofern eine recht große Zeitspanne. Daher ist es ganz normal, dass ein künstlerischer Wandel in Bezug auf die Ausdrucksform eintrat.

Vom Impressionismus zum Expressionismus, vom Figurativen zur Abstraktion

Kandinsky, gründete im Jahr 1911, gemeinsam mit Franz Marc, den Künstlerverein „Der blaue Reiter“ und gab im Jahr darauf, 1912, das Almanach „Der Blaue Reiter“ heraus. Als Titelbild für Letzteres diente das Gemälde Kandinskys „Der blaue Reiter“ aus dem Jahr 1903. Der Maler sah sich selbst gern als Wegbereiter des künstlerischen Umbruches, der mit alten Ausdrucksformen brach. Schaut man auf die beiden unten abgebildeten Werke, so ist ihm dies auch im Laufe der Zeit gelungen. Anders formuliert: Kandinsky gelang in seinen Bildern die Wandlung der Ausdrucksform hin zum Abstrakten in radikaler Weise.

So trägt das Ölgemälde „Der Blaue Reiter“, welches die Maße 51,1 cm x 54,6 cm hat und sich in der Sammlung Bührle in Zürich befindet, noch stark impressionistische Züge. Wohingegen 39 Jahre später im Gemälde „At rest“ nichts mehr davon zu finden ist. Allein in der Komposition ist sich der jedoch Künstler treu geblieben. Dementsprechend weist die künstlerische Anordnung in beiden Arbeiten Parallelen auf.

Der Bogen, den die Landschaft schlägt im „Blauen Reiter“, harmoniert mit dem Bogen im Bild „At rest“. Die Wolken befinden sich in beiden Werken in der linken Bildhälfte. Die Ruhe, welche der Titel simuliert im Bilde „At Rest“ ist übrigens trügerisch, da eine unverkennbare Dynamik des Bildaufbaus dem entgegensteht. Das Gemälde „At rest“ befindet sich im Privatbesitz. Auf jeden Fall ist es anhand der Gegenüberstellung beider Werke interessant zu erfahren, dass die Anordnung der Bildelemente ähnlich ist obwohl beide Bilder auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein können.

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