Rembrandt | Die Nachtwache

Die Nachtwache von Rembrandt…

…gilt als das drittbekannteste Gemälde der Welt. Viele sehen in dem Werk vor allem eine ironische Darstellung der damaligen Bürgerwehr um den Hauptmann Frans Banning Cocq. Der britische Regisseur Peter Greenaway, der 2006 zum 400. Jahrestag Rembrandts einen Film über die „Nachtwache“ drehte, sieht im Bild gar einen verdeckten Mord >>>. Dagegen muss ich einwenden, dass ich, selbst bei genauester Betrachtung aller Details, nichts anderes erkennen kann als einen relativ vergnügten Haufen Männer mit einer Frau in der Mitte. Die Kompanie macht sich gerade soweit startklar, unschwer zu erkennen an der sich ordnenen Aufstellung. Diese Dynamik im Bild ist richtig gut gelungen und kommt klar zum Ausdruck.

Unabhängig von der Historie des Bildes, seiner Entstehung und seines späteren Schicksals (Das Werk wurde nicht nur beschnitten, um es passen zu machen, sondern im 19 Jhd. auch dreimal schwer beschädigt), wollen wir es uns einmal rein vom malerischen Standpunkt aus betrachten, denn genau dort geht die Schwierigkeit schon los! Dass, wie so oft in Rembrandts Werken, seine eigene Person von ihm im Hintergrund dargestellt wurde, ist ebenso sekundär wie der Umstand, dass, wie könnte es anders sein, die weibliche Person ausschaut wie seine Saskia. Viel augenscheinlicher ist doch, dass in dem Bild eigentlich gar nichts stimmt. Wer nicht weiß, dass dies das Bild eines der berühmtesten und bedeutendsten niederländischen Maler des Barock ist, den schaudert´s in Anbetracht der mangelhaften malerischen Ausführung.

Wo Licht ist, ist auch Schatten…

…ein Ausspruch, der bei diesem Gemälde eine doppelte Bedeutung gewinnt. Die Schatten fallen völlig falsch bzw. ist absolut unklar von wo die Lichtquelle denn nun eigentlich kommt? Vielleicht sind es ja auch viele Lichtquellen, die von überall kommen. Überhaupt steht die malerische Ausführung in starkem Kontrast zu Rembrandts sonstigen, meisterlich ausgeführten Werken, besonders seinen Porträts. Hat das Ganze gar , ähnlich wie bei Goya´s  „Familie Karls IV.“, eine groteske Bedeutung?

Wollte Rembrandt diese Bürgerwehr bewusst ins Lächerliche ziehen mit seiner Darstellung? Viele erhobene Hände im Bild deuten die Gewichtigkeit an, mit der sich die Truppe selbst wohl am Liebsten sieht. Und: War Willem van Ruytenburgh, der neben dem Hauptmann steht, wirklich so klein ? Auch die Frau im hellen Gewand, das Maskottchen der Kompanie, erscheint hier wie eine Miniatur. Dies fällt vor allem dann auf, wenn man sie ins Verhältnis zu den hinter ihr sich befindlichen Personen setzt. Hier bleiben zweifellos viele Fragen offen.

Es bleibt festzustellen, dass die lockere Aufteilung aller im Bild „Die Nachtwache“ beteiligten Figuren allein schon bahnbrechend ist für Soldatendarstellungen der damaligen Zeit. Rembrandt geht hier den wichtigen Schritt voran und erfindet sich in diesem Bild als Maler eben auch neu.

Die Nachtwache (1642) - Bildquelle: wiki:pd

Die Nachtwache (1642) – Bildquelle: wiki:pd

 

 

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