Hieronymus Bosch | Unheimliche Bildwelten vor über 500 Jahren

Vor 500 Jahren starb Hieronymus Bosch…

…in s-Hertogenbosch, einer reichen niederländischen Handelsstadt in der Provinz Nordbrabant. Dort wurde er auch geboren. Ein exaktes Geburtsdatum ist nicht bekannt. Wie überhaupt sehr Vieles nebulös und irreal bleibt im Leben und Schaffen des großen Meisters. Aus Albträumen und Phantasiewelten auf die Leinwände steigen seine zum Teil bis an die Zähne bewaffneten Mischwesen aus Mensch, Tier und Gegenstand. Manche Figuren haben skelettartige Köpfe und Glieder, andere scheinen als wären sie geradewegs aus der Hölle gekommen. Aber immer ist diese Hölle auch ein wenig…

…zu grotesk und farbenfroh um wahrhaftig…

…zu schlimm zu bleiben. Das ist auch gut so, denn ein gewisses andächtiges Staunen überkommt wohl jeden interessierten Betrachter der Werke Boschs und, das ist das Markante, kaum jemanden lassen sie je wieder los. Da kommen Nackte auf kleinen Gondeln aus großen Früchten angeschwebt. Eine Unzahl an Eindrücken auf einmal, die den Rezipienten schier erschlägt und ihn zwingt, sich jedes Detail einzeln zu Gemüte zu führen. Fast kommt der Gedanke auf, dass Bosch uns alle Facetten der lasterhaften Menschheit, somit auch unseren eigenen Lastern, vor Augen führen will. Aber…

…vielleicht war ja alles ganz anders?

Seine Heiligenbilder und Altäre, die er  für die Kirchen der Stadt schuf. Wen zeigen sie wirklich? Laut Charles de Tolnay, einem der bekanntesten Hieronymus Bosch Forscher, wenden sich seine Bilder direkt an das Denken des Betrachters. Tolnay schrieb auch, dass mit Bosch die Kunst die Bevormundung der Kirche verlässt. Im Gemälde Narrenschiff treibt die ganze Menschheit als versoffener wollüstiger Haufen dem Abgrund entgegen.

Geiz, Gier, Habsucht und Völlerei…

…sind die Eckpunkte aus Boschs Werk, die uns als Spiegel bis in die heutige Zeit dienen. Doch es gibt in Boschs Bildern auch Liebende und paradiesische Landschaften. Das Schöne hat in seinen Gemälden einen ebenbürtigen Platz. Seine, Boschs Bildgewalten, sind ebenso wie der Mensch. Niemals vollkommen aber noch lange kein hoffnungsloser Fall.

hieronymus bosch narrenschiff

Bildquelle: wiki-pd

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