Albertplatz: Pressestimmen zur Ausstellung parablau- ist mal nebenan

Quelle Sächsische Zeitung vom 27.11.2015 / Ein Beitrag von Ulrike Kirsten

Kunstausstellung im Einkaufszentrum

Freiräume für Künstler gibt es nur noch wenige in Dresden. Am Albertplatz ist kurzfristig einer in origineller Kulisse entstanden.

Überzeugungsarbeit musste Conny Köckritz nicht lange leisten. „Zugegeben, die Begeisterung der Künstler hielt sich anfangs in Grenzen, als es hieß, wir können in einem Einkaufszentrum ausstellen.“ Beim Blick auf die rund 1 000 Quadratmeter große Freifläche waren die meisten jedoch überredet. Nun ist in der ersten Etage des Einkaufszentrums von Peter Simmel am Albertplatz eine riesige Galerie entstanden. Künstler des Vereins Blaue Fabrik und der Ausstellungsreihe Parablau zeigen bis zum 6. Dezember dort ihre Werke. „Einen Freiraum ästhetisch einzunehmen und eine Fläche zur Verfügung zu haben, mit der wir fast alles machen konnten, ist für uns eine ganz spannende Erfahrung“, sagt Conny Köckritz, Kuratorin der Ausstellung.

Die Idee war im Frühsommer mit Eigentümer Peter Simmel entstanden, der dem Verein angeboten hatte, eine Etage im Hochhaus kreativ nutzen zu können. Nun wird im Einkaufszentrum ausgestellt, weil die Fläche noch immer nicht vermietet ist. Einzige Bedingung: Die Künstler durften nichts an die Wände hängen. So liegen Fotografien und Bilder auf dem kargen Boden mitten im Raum, lehnen an den grauen Wänden und aneinander, Bilderrahmen hängen an der Decke. Bernd A. Lawrenz hat seine Installation „Verhinderte Bilder“ genannt. Der Ausstellungsraum wird so selbst zum Kunstobjekt. Nebenan hat der Künstler echofreak die Namen der 133 Dresdner Stadtteile auf Pappteller geschrieben, sie um einen goldverzierten Schmuckteller platziert. Dazu tönen Geräusche der Stadt aus kleinen Lautsprecherboxen. Der Besucher trifft dazu auf Verrückte und eine Badenixe, Skulpturen von Holzbildhauermeister Johannes Kral. Peter Fischer, der seine Werke auch zeigt, hat den Raum sogar zu seinem Arbeitsplatz gemacht, um die Ausstellung betreuen zu können.

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Für ihre temporäre Ausstellung suchen die Veranstalter noch nach Akteuren wie Musikern. „Wir können hier innerhalb der Woche etwas bis 22 Uhr machen, also wer hier ein Konzert spielen möchte, kann sich gern bei uns melden“, sagt Holger Knaak, Geschäftsführer der Blauen Fabrik. So ist das Forum für zeitgenössische Fotografie am Sonnabend mit einer Veranstaltung zu Aktfotografie zu Gast, eine Tänzerin tritt in der kommenden Woche auf.

Geöffnet: Montags bis sonnabends, 10 bis 18 Uhr und nach Absprache / Mail an: blauefabrik@googlemail.com

Übrigens: Seit Montag läuft die Ausstellung und immer mehr Besucher des Einkaufszentrums am Albertplatz trauen sich über die Betonkante in die 1000qm Ausstellungshalle! Dieser Schritt fällt seit heute noch leichter, da ein großes Banner die Erklärung schon von außerhalb liefert! (Quelle: Blaue Fabrik, parablau)

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