Doppelportrait der Gabrielle d’Estrées und einer ihrer Schwestern | unbekannter Künstler

Ein ebenso mit Rätseln behaftetes wie erotisierendes Kunstwerk begegnet uns in dem Gemälde „Doppelportrait der Gabrielle d‘ Estrées und einer ihrer Schwestern“ . Die stark erotisch geprägte Darstellung der beiden Frauen (Schwestern) im Badezuber sorgt seit jeher für Diskussionsstoff und für eine Vielzahl von Deutungen und Vermutungen. Vor allem der Griff an die Brust von Gabrielle d’Estrées sorgte für die unterschiedlichsten Interpretationen.  Viele dieser Auslegungen begründen sich vor allem auf das Verhältnis zwischen Gabrielle d’Estrées und Heinrich IV. (Es wurde oftmals durch den Brustgriff auf eine mögliche Schwangerschaft geschlossen und durch den Ring auf die Heiratsversprechen des Heinrich IV). Die im Hintergrund nähende weibliche Figur soll als weiteres Symbol für die Schwangerschaft herhalten. Sie würde,so einige Rezipienten, Kinderkleidung nähen. Im ganz hinteren Bildende ist der Unterkörper einer männlichen Figur zu sehen. Dieser wurde in verschiedenen Rezensionen als der Kindsvater angesehen, welcher nicht Heinrich IV war , daher auch das Weglassen des Oberkörpers mit Gesicht. Um das Bild ranken sich zahlreiche Legenden und es wirft Fragen auf. Warum blieb der Künstler, der eine ganze Reihe weiterer anonymer Gemälde zu seinen Werken zählt im Verborgenen? Durfte oder wollte er nicht in Erscheinung treten oder wurde er erst im Nachhinein aus den Annalen gestrichen. Vielleicht war die Darstellung aber auch für gewisse kirchliche Kreise zu anstößig, gar ketzerisch? Dies weiß niemand mehr genau zu sagen und das Bild und dessen Deutung bleibt ein Geheimnis der Kunst. Bei meinen Recherchen stieß ich auf eine sehr detaillierte und gründliche Betrachtung des geheimnisvollen Bildes, die der Mannheimer Autor  Wolfram Fleischhauer erstellte.

Doch nun einige Betrachtungen zum Bild selbst und zum Künstler:

Als gesichert gilt, dass ein unbekannter Maler das Bild um das Jahr 1594 gemalt hat. Es gehört zur  „Zweiten Schule von Fontainebleau“. Diese war  in der Regierungszeit  Heinrichs IV. für den französischen König tätig. Seit 1937 befindet sich das Gemälde im Louvre in Paris in der Dauerausstellung. Die etwas steife Darstellung der beiden Damen ist dem Manierismus der Schule von Fontainebleau geschuldet. Alles im Bild ist sehr typisch für die Malerei dieser Zeit. Die Hauptfiguren schauen den Betrachter direkt an, eventuell blickt Gabrielle etwas verklärter, so dass der Eindruck entstehen kann, dass ihre Schwester, indem  sie den Blick klarer auf den Betrachter richtet, etwas mitteilen will, was nicht öffentlich gesagt werden darf. Viel Wert legte der unbekannte Maler auf die Darstellung der Stoffe und Tücher, welche die Nacktheit der Frauen erhöhen. Das Rot des Vorhanges verstärkt die erotische Darstellung. Alles in allem betrachtet ist es ein seltsames Bild – zumindest für die damalige Zeit. Seine Bekanntheit beruht auch explizit auf diesem Umstand der erotisch interpretierten Berührung der Brust zwischen zwei Frauen.

 

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