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Selbstporträt mit Skelett | Lovis Corinth

Ein sehr auffälliges Selbstporträt ist das „Selbstporträt mit Skelett“ von Lovis Corinth, eins auch, welches auf einige spätere Maler Einfluss ausübte. Kontraste sorgen ja immer wieder als Stilmittel für erhöhte Aufmerksamkeit, so eben auch eine Selbstdarstellung mit einem Skelett. Ein wenig wird man damit auch an seine eigene Schulzeit erinnert, als die Skelette in den Biologieräumen allgemein für Aufsehen sorgten. Vielleicht entsteht dieser eher wissenschaftliche Eindruck nicht zuletzt durch die für einen Künstler eher untypische Malerkleidung und den Gesichtsausdruck, der abwartend oder auch forschend gedeutet werden kann. Sich selbst hat er, der Maler Corinth, in diesem Porträt recht schonungslos und unverklärt dargestellt. Dass er früher auch schon den Wunsch hegte, Landwirt, Matrose oder Soldat zu werden, bevor die Muse ihn zum Maler werden ließ, das kommt schon zum Vorschein bei diesem Bild. Gerade 38 Jahre ist er alt, als der das Bild malt, zu jung um an eine sakrale Phase zu denken, oder doch nicht? Der Tod als Zeichen, dass das Leben endlich ist, ist ja vielen Künstlern ein ständiges Motiv gewesen. Gleichzeitig ist das Skelett als Anschauungsmaterial für einen Künstler, einen Maler, der hauptsächlich im figürlichen Bereich arbeitet, natürlich unverzichtbar. Jedenfalls wirkt das Bild trotz oder vielleicht wegen des Skeletts unwahrscheinlich lebendig und intensiv. Hut!

Lovis-Corinth

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