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Ferdinand Hodler | Selbstbildnis mit aufgerissenen Augen

Selbstbildnis mit aufgerissenen Augen Ferdinand Hodler - 1912 (wiki-pd)

Geboren wurde er 1853, im selben Jahr wie Vincent van Gogh, er der Maler Hodler, der Maler Ferdinand Hodler. Und, wie auch van Gogh, war er Autodidakt. Schwer hatte er es in seiner Jugend und dennoch war der Drang zu malen, zu zeichnen so groß, dass er sich letztlich durchsetzte und es noch zu Lebzeiten zu einem in der Kunstwelt anerkannten Maler brachte. Aber das steht ja alles in der Biografie Hodlers und ist hier nicht Gegenstand. Unser heutiges Portrait zeigt den Maler im Selbstbildnis in seinem 60. Lebensjahr. Erstaunlich fordernd, nahezu zwingend hält der Blick, halten die weit aufgerissenen Augen den Betrachter im Bann. Gekonnt magisch in Szene gesetzt hat er, der Maler in diesem Bild sich, den Maler, den Maler Ferdinand Hodler. Und sehr plastisch, sehr strukturell herausgearbeitet hat er sein Gesicht, welches farblich im verwandschaftlichen Einklang steht mit dem Bildhintergrund, dem Stehkragen und dem Revers des Anzuges. Das Entstehungsjahr des Bildes ist auch das Jahr, in welchem die größte Liebe seines Lebens Valentine Godé-Darel an Krebs erkrankt.  Die weit aufgerissenen Augen spiegeln viell. das Entsetzen über diese Diagnose, wenn auch unbewusst, wieder? In jedem Fall ein einzigartiges Porträt mit großer Wirkungskraft von einem außergewöhnlichen Maler.

Selbstbildnis mit aufgerissenen Augen Ferdinand Hodler - 1912 (wiki-pd)
„Selbstbildnis mit aufgerissenen Augen III“ von Ferdinand Hodler – 1912 (wiki-pd)

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