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Letztes Mal war aber besseres Wetter

[documenta.Annäherung (2/ wahrsch. 3)]
Zwischen Anfang und Ende: die Mitte.

Die Frage ist schon gestellt, die Antwort lautet: wer weiß es schon ?? Vorher zu wissen, könnte Sache der Künstler sein (und auch etwas der Organisatoren), während zu wissen, ist Sache der Besucher und danach zu wissen, ist ein wieder so Ding der Kunsthistoriker.
Durch die Wiederholung, die Frequenz, die Drehzahl, wird die Gegenwart schon in ihrer Zukunft in die Vergangenheit eingebettet, das ganze Treiben sinkt herab zur Kirmes, die Sensation verkommt zum Abgleich von vorinformierter Erwartungshaltung mit dem tatsächlich Gebotenen. Man weiß: die documenta ist groß – groooß – und größer als man selbst, da sie inzwischen länger existiert, als die Masse ihrer Besucher, Wieder.Besucher.
Es ist auch nicht mehr so, daß sie einen Überblick darüber gibt, was zur Zeit der vorherigen documenta an aktuellen Kunstströmungen noch zu neu und ungelagert war, noch unhistorisierbar, noch lebendig, deswegen nicht geladen.
Von außen betrachtet, interessiert, aber nicht involviert, erkenne ich die documenta als ein Ding unter Künstlern, die dort ihre Sachen tuen oder zeigen. Das Publikum ist schön und gut, ja: notwendig manchmal, ja: gewollt auch, Geldbeutel nicht vergessen !! – doch es ist Publikum. Nicht mehr oder weniger. Weniger geht kaum und mehr ist nicht drin, denn so könnten die Künstler nicht arbeiten. Und das sonnen in Ausstellungsruhm ist auch Arbeit, das weiß jede Person, die schon mal einen ausstellenden Künstler sah. Kleiner Spaß. Nur der vorvorletzte Satz.

Was ist also mit den Künstlern ?? Das, was bis in die Medien dringt, hat oft den Anstrich der allerersten Sensation am Platz in der aktuellen Ausgabe; das Buhlen um Aufmerksamkeit, so scheint es, so glänzt es. So bleibt es dann auch in der Erinnerung: kurz.
Das ist dann eher keine große Kunst ?? Oder lange ?? Kurze Kunst ?? Zu viele Künstler, deren einzige, fassbare Gemeinsamkeit eben diese documenta ist. Nicht möglich eine pauschalisierte Aussage zu treffen, die darüber hinaus geht, daß es wohl des Künstler’s Begehr ist dort mit zu tuen. Im Allgemeinen. Als benchmark und nette Idee für die Vita. Nichts weiter zu dem Künstler, den Künstlern, also. Das ist schade, doch nicht so schade, wie etwas herbei schreiben zu wollen, was gar nicht zu fassen ist.
Fasste ich es allerdings, nachdem ich zum Beispiel einen Blick auf die Ergebnisse einer Suche geworfen hätte, wo schaurig schöne Sätze wabern in der Glast des Nachmittages: „Die Weltkunstausstellung documenta gibt ihr Geheimnis preis und veröffentlicht ihre Teilnehmerliste. Fast 300 Namen stehen darauf. Nicht alle sind Künstler – und auch Tote sind dabei. Nicht nur in Kassel, sondern auch in Kabul, Kairo und in Kanada gibt es Veranstaltungen.“ (Quelle dazu: die Frankfurter Rundschau.)
Und ja, es ist seltsam: S. Dali, Th. Mann, Man Ray, drei Tote, die mir direkt ins Auge fielen, dazu noch etliche alte Säcke und Säckinnen, Leute, die seltsame Dinge tuen, Dietmar Dath, der eigentlich doch noch jung genug ist einfach weg zu rennen – vielleicht ein Fehler, daß er auf der Liste ist.
Dabei will ich mich nichtmal abschätzig (was’n Wort) über die einzelnen Teilnehmer äußern – so einfach will ich es uns hier dann doch nicht machen. Nein, diese Veranstaltung ist es, der ich höhne. Ein lauer Pups der Arriviertheiten, gepflegte Langeweile an Nachmittagen, die Niemandem was tuen kann, nichtmal sich selbst. Das soll Kunst sein ?? Warum ?? Höhöhö. Wo ist die Kunst, die Heute benötigt wird ??

Taugt uns und der Kunst noch das Bürger.Spektakel, aus anderen Zeiten stammend, das vollkommerzialisiert, aller Originalität entkleidet (hier wieder: die Wiederholung), 100 Tage kurz-lang durch quintannale Provinzstraßen taumelt ??
Eine Messe ?? (Künstler sucht Galerist, Viehmarkt mit Werken, top or flop ?? Fap fap fap ??)
Ein Meese ?? (Nicht unbedingt ein Freund dieser Messe, er muß es wissen, er ist ein umfassender Spektakelist. Kein Wunder, daß er sich etwas äh abschätzig über die documenta äußerte.)
Ein Käse ?? (Verflachung oder Zeitgeist, der Druck zu zeigen, dort zu sein, im ‚100 Days Las Vegas of Arts and even Deads‘ ?? Und die damit einhergehenden, stressbedingten Fehlleistungen ??)

All diese Fragen kann ich zwar hier stellen, doch nicht beantworten. Beantworten kann sie der gemeine Besucher, da er, sie schließlich in seiner, ihrer Gesamtheit über die Zukunft der documenta entscheidet.
(Antworten auf alle Fragen werden als Kommentare gewünscht… ganze Sätze bitte. )

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Zusammengefasst: groooße Ausstellung, große Auswahl an Einflüssen und Nebenwirkungen, welche die Meinung des potentiellen Besuchers dazu bilden helfen. Wenn etwas wirklich groß ist und auch den Titel ‚Welt usw‘ belegen kann, dann ist das nur natürlich, daß für den Einzelnen kaum noch Platz dort ist… vor lauter Leere.

(Das ist Teil 2 von 3, einer Schrift, die die documenta von außen betrachtet, die das Echo, das sich im Autor verfing, versucht etwas allgemeiner zu beschreiben.)