Albrecht Altdorfer | Alexanderschlacht

Know-how. Science of Art. Dieter Raedel. Bildbeschreibung.

DIE ALEXANDERSCHLACHT 1528 / 29

Albrecht Altdorfer

geboren um 1480 wahrscheinlich in Regensburg
gestorben am 12. 2. 1538 in Regensburg

deutscher Maler – Hauptmeister der Donauschule zwischen Gotik und Renaissance

„Die Alexanderschlacht“ in der alten Pinakothek in München, gehörte zu einer hochformatigen Folge von Tafelbildern, auf denen historische Taten berühmter Helden dargestellt wurden. Den Auftrag für diese Gemälde gab der bayerische König Wilhelm der IV. Mehrere süddeutsche Meister wurden angestellt, darunter auch Hans Burgkmair und Bartel Beham. Albrecht Altdorfer übertraf sie alle; und der Meister war sich seiner Sache so bewusst, so dass er das Werk gleich zweimal signierte. Das Bild wurde auf eine Lindenholztafel gemalt.

Leider wurde das Werk an den Seiten und oben gestutzt, um es aller Wahrscheinlichleit für die Aufhängung passend zu machen. Somit ist man nicht mehr in der Lage, die gesamt – kompositorische Anlage in ihrer Harmonie erleben zu können. Es handelt sich also um ein verstümmeltes Werk. Somit bleibt uns die ursprüngliche Größe des Bildes unbekannt. Man darf davon ausgehen, dass die Vertikalachse des Bildes durch die Mitte der Zeittafel ging. Die aufgemalte Schrifttafel war ebenfalls größer und es ist deutlich zu erkennen, dass diese über den oberen Bildrand hinausging. Die Tafel war vorher in deutscher Schrift angelegt und wurde nach der Übermalung mit einem kürzeren lateinischen Text versehen. Die Bildtafel stößt nun fast an den oberen Rand an. Dadurch ergibt sich eine völlig falsche Wahrnehmung der künstlerischen Ausstrahlung. Die Übermalung fand mit blauschwarzer Farbe statt. Die Tafel kann jedoch von der ursprünglichen Größe eingeschaätzt werden, da man davon ausgehen kann, dass die Ringe mit den flatternden Tüchern sich genau in der Mitte befanden. Die Raumaufteilung wirkt nun unstimmig und auch der Mond mit seiner Korona kann sich nicht mehr entfalten. Am linken Bildrand überschneiden sich ohne jeden Sinn einige Figuren an einer viel zu schmalen Felswand. Der brillant gestaltete Sonnenuntergang ist ein Spiegelbild des Sieges. Ebenso spiegelt die gestaltete Wolkenformation die Charakteristik der Schlacht wider. Das seitlich Abgeschnittene zerstört die ursprünglich harmonische Wirkung.

Auf dem Bild sieht man eine großangelegte Weltlandschaft, die besonders eindrucksvoll aus großer Höhe, wie von einem Ballon aus, gemalt wurde. Der Horizont ist gekrümmt, während die Sonne prunkvoll strahlend untergeht und in einer Diagonalachse zum aufgehenden Mond mit seiner Korona angelegt wurde.

Die rotbraun-goldene Tafel vor den blauen Wolkenformationen, erzeugt einen 3 D – Effekt. Beim ersten Betrachten, steht die heroische Landschaft total im Vordergrund. Vorn sieht man das Mittelmeer mit der Insel Zypern, diagonal recht dahinter das Nil – Delta und hinter einer blauschwarzen Farbscheide kommt das Rote Meer in Sicht. Laut historischer Überlieferung begann die Schlacht am Morgen und war am Abend entschieden. Albrecht Altdorfer wählte also genau den Zeitpunkt des Sieges aus. In der Bildmitte verfolgt Alexander den persischen Großkönig Darius, der mit drei Pferden und dem Kampfwagen die Flucht ergreift. Die Geschichtsforschung verstand in diesem Ereignis eine Wende in der Weltherrschaft: vom Orient zum Abendland.

Der ursprüngliche Text auf der Tafel lautete :
„Alexander der Große besiegt den letzten Darius; es wurden hunderttausend Fußsoldaten und über zehntausend persische Reiter getötet. Die Mutter, die Gemahlin und die Kinder wurden gefangengenommen; dieser jedoch kann mit kaum mehr als tausend Reitern fliehen.“

Quelle : Ulrich Pfisterer, Anna Rühl , Franz Winzinger

Dieter Raedel, Prenzlmaler. Berlin.

 

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III. Auflage zum Leitfaden für Künstler

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