Marc Chagall

Marc C h a g a l l
Bedeutender Maler und Illustrator des 20.Jh.
Glas – und Wandmalereien , Keramik

Marc Chagall gehört neben van Gogh und Cézanne zu meinen Lieblingsmalern. In der Kunstgeschichte wird er „Malerpoet“ genannt, eine Bezeichnung, die er nie gern hörte. Seine weltberühmte Karriere verlief keinesfalls geradlinig. In Russland war er einige Zeit Direktor einer Kunstakademie, und als er nach einer Reise wieder heimatlichen Boden betrat, hatte Malewitsch sich den Posten eingeheimst und er musste Kinder im Malen unterrichten. Derweil waren 150 seiner Gemälde spurlos verschwunden, die er einer Berliner Galerie anvertraut hatte. Spitzbuben gab es also schon damals in Berlin. Seine Kunst war stets umstritten, da er mit einfachen Mitteln der Malerei Weltruhm erlangte.

So war auch bei der Ausmalung der Kuppel der Pariser Oper das Lager der Neid – Feinde nicht weit. Glücklicherweise ließ sich der Intendant der Oper nicht beirren. Als die Premiere eines Opernstücks anstand, sollte die Deckenbemalung Chagalls den Zuschauern erstmals gezeigt werden. Spärliches Seitenlicht und zwei Punktscheinwerfer zum Theatervorhang ließen kein Licht zur Kuppel zu. Der Intendant hatte alles berechnend inszeniert. Das Licht ging aus und nach Sekunden der Dunkelheit schmetterten vier Punktscheinwerfer ihr Licht an die ausgemalte Theaterkuppel ! Die Zuschauer waren derart beeindruckt, so dass ein donnernder Applaus für das Werk Chagalls einsetzte und die Gegner seiner Malerei die Arschkarte gezogen hatten.

Einige Zeit arbeiteten Picasso und Chagall zusammen in einer Keramikwerkstatt. Als die Luft rein war, malte Picasso einige Hähne und Kühe auf einen der Teller Chagalls und schummelte diese unter Chagalls Arbeiten, in der Hoffnung, von Chagall nicht bemerkt zu werden. Doch Chagall bemerkte sofort den Streich und nahm’s gelassen hin. Picasso äußerte sich mehrfach abfällig über diese russische „Volkskunst“.

Über seine Mutter schrieb er:
„Kinder, wir wollen das Lied vom Rabbi singen, helft mir !“
Die Kinder sangen und schliefen ein. Sie fing an zu weinen und ich sagte:
Du fängst schon wieder an! Da singe ich nicht mehr!

Ich möchte sagen, dass sich irgendwie in ihr mein Talent verbarg und
dass ich alles von ihr geerbt habe, nur nicht ihren Geist.“

„Sie betrachtete meine Malerei, mit Gott weiß was für Augen. Ich wartete auf ihr Urteil. Endlich verkündete sie langsam:
„Ja, mein Sohn, ich sehe, du hast Talent ! Aber hör‘ zu mein Kind, du tust mir leid. Vielleicht wirst du doch lieber K o m m i s !“ (Soldat)

Von seinem Vater erzählte er in einem Selbstgespräch:
„Du weißt noch, ich habe von dir eine Studie gemacht. Dein Porträt hätte wie eine Kerze wirken müssen, die aufflammt und wieder verlöscht. Eine Fliege summt – verdammt – ihretwegen schlaf ich ein.“

Über seinen Großvater schrieb er:
„Wenn schönes Feiertagswetter war, kletterte mein Großvater auf’s Dach, setzte sich auf den Schornstein und aß Mohrrüben.“

„Als Großvater eines Tages auf die Zeichnung einer nackten Frau stieß, wandte er sich ab, als ob das ihm nichts anginge oder als ob da ein fremder Stern über dem Marktplkatz stünde, mit dem die Einwohner nichts zu tun hätten.“

Vom Onkel wusste er zu berichten:
„Mein Onkel hat Angst, mir die Hand hinzustrecken .Man sagt, ich sei Maler. Wenn ich ihn zeichnen wollte ? Gott erlaubt es nicht, Sünde.“

„Als ich des Onkels Porträt malte und es ihm anbot, warf er einen kurzen Blick auf das Bild, betrachtete sich dann im Spiegel, überlegte ein wenig und sagte zu mir : Also weißt du, nein, behalt es !“

Und für die neidbehafteten Kritiker hatte er folgende Worte übrig:
„Nicht der Gegenstand, sondern die Handschrift des Künstlers ist entscheidend. Dass ich Milchmädchen, Hähne und russische Provinzarchitektur als Formvorlage benutze, liegt darin begründet, dass diese Dinge Teil jener Umgebung sind, aus der ich stamme.“

Ironisch fügte er hinzu:
„Ich kenne meine Bilder nur zu gut. Sie sind ein Teil von mir, aber ich weiß nicht, wovon sie handeln. Ich male gern schlechte Bilder! Ich kann nischt anders.“

Und in einem anderen Fall:
„Falls ihr für die Nachwelt noch weitere Beweise für eure Unfehlbarkeit und meine Verstöße gegen den gesunden Menschenverstand braucht, will ich euch erzählen, was mir meine Mutter über meine reizenden Verwandten aus Liosno berichtet hat. Der eine von ihnen hat nichts Besseres gewusst, als nur mit einem Hemd bekleidet in einer Vorstadtstraße spazieren zu gehn. Die Erinnerung an diesen Unbehosten wird immer mein Herz mit sonniger Freude erfüllen. Als ob in der Straße von Liosno am helllichten
Tag die Malerei eines Masaccio entstanden wäre.“

LG Prenzlmaler.

Quelle der Zitate: Marc Chagall „Mein Leben“.

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III. Auflage zum Leitfaden für Künstler

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